Freitag, 21. Februar 2020 - Los Angeles

Am Montag war President Day, weswegen die meisten Leute hier ein langes Wochenende hatten. Und da unsere Schule daraus direkt eine Woche Winterferien gemacht hat, sind Neo und ich von Freitag bis Dienstag nach Los Angeles gefahren. Gerne möchte ich euch berichten, was wir alles gesehen und erlebt haben.



Freitag

Am Freitag Nachmittag um etwa 14.45 Uhr sind wir losgefahren. Ich habe Neo von der Arbeit abgeholt und wir sind direkt vom Facebook office in Richtung Süden losgefahren. Da es der Beginn eines langen Wochenendes war, waren auch viele andere unterwegs. Deswegen gab es in der Bay Area wie erwartet viel Verkehr. Danach ging es dann einigermassen, bis wir in die Nähe von Los Angeles kamen, wo es dann wieder mehr Verkehr gab.

Los Angeles ist bekannt für viel Verkehr. Obwohl die Highways oft bis zu sechs Spuren haben, gibt es teilweise zu allen Tages- und Nachtzeiten aus dem Nichts heraus Stau. Ausserdem ist mir während unseres Aufenthaltes aufgefallen, dass die Leute in LA viel aggressiver fahren, als in der Nähe von San Francisco. Deswegen habe ich mich auf den Strassen nicht besonders wohl gefühlt.


Nach einer langen Fahrt mit kurzen Zwischenhalten kamen wir dann kurz vor 23.00 Uhr bei unserem Airbnb in Marina Del Rey an. Marina Del Ray liegt direkt neben LA an der Küste und wir hatten ein schönes Zimmer mit Blick auf die Marina. Das hat uns irgendwie an Dubai erinnert.


Das Zimmer war interessant eingerichtet, mit weisen Sprüchen, Buddhas und Gottheiten. Den vorhandenen Flyern nach zu urteilen ist die Person, die dort normalerweise wohnt, Meditiationslehrer oder Heiler oder so etwas. Wir fanden es sehr speziell. ;-)



Samstag

Am Samstag waren wir fast nur zu Fuss unterwegs. Zuerst assen wir Brunch in einem netten kleinen französischen Bistro (es war echt französisch, mit einem Franzosen an der Kasse!). Danach machten wir uns auf den Weg zum Venice Beach. Diesen Ort finde ich immer ein wenig verrückt: Die Strandpromenade ist voll mit Künstlern, Musikern, Skatern und Leuten, die auf die eine oder andere Art Marijuana konsumiert haben. Daneben gibt es Bodybuilder ohne Shirts und ganz normale Strandgänger - ein lustiger Mix also.

Von Venice Beach ging es für uns weiter nach Santa Monica. Dort waren wir beim Pier, wo es einen kleinen Vergnügungspark gibt. Die Aussicht vom Riesenrad über das Meer und den Strand fand ich besonders schön. Wir lagen auch für eine Weile ganz gemütlich am Strand und haben den Sonnenuntergang bewundert, bevor wir dann weitergingen.





Sonnenuntergang in Santa Monica

Unser nächster Zwischenhalt war die 3rd Street in Santa Monica. Dieser Ort hat uns wieder ein wenig an Dubai erinnert, mit einer Mall und all den Einkaufsläden, die dort ganz bewusst in einer sehr sauberen Fussgängerzone platziert sind.

Am Abend waren wir dann in Santa Monica in einem indischen Restaurant. Das war ein sehr interessantes Erlebnis. Die Besitzer des Restaurants sprachen die gleiche indische Sprache wie Neo und so kam er mit der Frau ins Gespräch. Diese überredete uns, ein Gericht zu bestellen, von dem ich fast Feuer spuckte. Und nachdem Neo ihr erzählt hatte, dass er bei Facebook arbeitete, "durfte" er ihr helfen, auf ihrem privaten Facebook Profil Fotos zu finden, die sie vergeblich gesucht hatte. Anschliessend im Uber rochen wir so sehr nach orientalischen Gerichten, dass uns die anderen Mitfahrer darauf ansprachen. Mann, das war mir echt peinlich. ;-)



Sonntag

Am Sonntag stand der Walk of Fame auf dem Programm. Auf dem Weg dorthin hielten wir in The Grove an. The Grove ist ein Shopping Komplex mit Mall und Fussgängerzone, der sich auf dem Gebiet einer ehemaligen Farm befindet. Direkt daneben gibt es einen Farmers Market, den Neo gerne sehen wollte. So assen wir hier unser Frühstück.

Im Farmers Market

Durch die Fussgängerzone in The Grove fährt eine alte Strassenbahn

Danach ging es weiter zum Hollywood Boulevard. Wir parkten unser Auto etwa 30 Gehminuten vom Walk of Fame entfernt, da wir vermuteten, dass man dort nicht so einfach Parkplätze finden würde. So spazierten wir gemütlich durch den Teil des Hollywood Boulevards, wo es Wohnhäuser gibt. Es war schön und relativ sauber, aber je näher wir zum Walk of Fame kamen, desto heruntergekommener schien uns alles. Das hatte ich vom letzten Mal nicht so in Erinnerung, aber es gab hier viele Obdachlose und es gefiel uns nicht besonders. Auch die Aufregung über die Sterne flachte nach den ersten 50 ein wenig ab, besonders, da wir die meisten Künstler sowieso nicht kannten.


Auf dem Hollywood Boulevard gab es ein paar kleine Nebengassen wie diese hier, die sehr einladend aussahen. Hier gibt es beispielsweise eine kleine Galerie und einen Schallplattenladen.

Auf meinen Wunsch hin fuhren wir anschliessend zum Hollywood Forever Cemetery, wo laut Internet viele Berühmtheiten begraben sein sollten. Erst als wir ankamen und keine der Namen auf den Grabsteinen uns bekannt vorkamen, schaute ich auf Wikipedia nach. Ich realisierte, dass keine erst kürzlich verstorbenen Promis hier begraben lagen - die meisten bekannten Schauspieler waren berühmt, bevor wir überhaupt des Licht der Welt erblickten. Und die einzigen Namen auf der Liste, die mir bekannt vorkamen, waren die der beiden Musiker der Band Ramones. Das war also eher ein Reinfall.

Den Tag abgeschlossen haben wir mit einer kleinen Wanderung zum Griffith Observatory. Das liegt ein wenig oberhalb der Stadt und man kann von dort aus das Hollywood Sign sehen. Ausserdem hat man eine schöne Sicht über ganz LA. Der Sonnenuntergang dort war einfach wunderbar.



Finde Walter: Wer sieht mich in dem Foto? ;-)


Montag

Das letzte Mal, als ich als Touristin in LA war, war im Sommer 2015, als ich mit meiner Freundin Carla auf einem Road Trip war. Damals haben wir versucht, mit dem Auto nach Downtown LA zu kommen und dort zu parken. Ich erinnere mich aber, das wir es einfach nicht geschafft haben und auch nicht genau wussten, was es dort überhaupt zu sehen gibt. Deswegen haben wir diese Pläne schlussendlich aufgegeben.

Dieses Mal wollte ich es noch einmal versuchen. Es war tatsächlich nicht ganz einfach, einen Parkplatz zu finden. Zumindest einen, der nicht 20 Dollar kostet. Wir fuhren für 15 Minuten in einem Parkhaus herum, bevor wir endlich wieder rauskamen (mit 3 Dollar weniger im Portemonnaie...) und einen guten Parkplatz fanden. Der Parkplatz war in der Nähe der Walt Disney Concert Hall. Wir spazierten durch den dazugehörigen Park und weiter zum Grand Park, wo auch die LA City Hall ist. Von dort ging es dann noch zum berühmten Bradbury Building, einem Geschäftshaus, das 1893 erbaut wurde und somit eines der ältesten Gebäude in Downtown LA ist.


Walt Disney Concert Hall

Im Bradbury Building

Grand Park und Los Angeles City Hall

Danach hatten wir genug von der Stadt und fuhren dem Highway 1 entlang nach Malibu. Ich war ziemlich genervt vom Verkehr und den aggressiven Fahrern und deswegen froh, als wir in Malibu ankamen. Wir gingen an den Strand, hinter uns die grossen Häuser der wohlhabenden Leute, die direkt zwischen dem Highway und dem Strand leben (oder auch nur Ferien machen). Mir gefiel es nicht besonders und auch Neo war es unangenehm. Da die Häuser so nahe am Wasser standen, empfand er es, als würde man bei jemandem im Garten sitzen. So fuhren wir noch ein Stück weiter und waren genau rechtzeitig, um unseren letzten Sonnenuntergang in LA zu sehen.



Dienstag

Bevor wir uns auf den Heimweg machten, wollten wir noch einen kurzen Abstecher ins Getty Museum machen. Das Getty Museum liegt auf einem Hügel oberhalb der Stadt. Es wurde von J. Paul Getty gegründet. Ursprünglich begann dieser, Kunst bei sich zu Hause und später in einer Villa in Malibu auszustellen. Er machte ein Vermögen als Öl-Tycoon und vermachte den Grossteil davon an das Museum, als er in den 1970-Jahren starb. Danach wurde das Getty Museum gebaut.

Das Museum ist auf jeden Fall einen Besuch wert, auch wenn man wie ich nicht sehr viel von Kunst versteht. Es gibt verschiedene Themen, wie zum Beispiel Gemälde aus den 1400 und 1500 Jahren, antike Möbel aus Frankreich oder römische Skulpturen. Ausserdem gibt es auch wechselnde Ausstellungen, wie im Moment beispielsweise die Ausstellung zur deutschen Künstlerin Käthe Kollwitz. Ein weiterer sehenswerter Teil des Museums ist der Garten, der als Skulptur gezählt wird. Leider hatten wir nicht so viel Zeit und wollen deswegen unbedingt noch einmal ins Getty Museum kommen.



Aussicht auf die Stadt
Ein Giacometti steht in der Eingangshalle des Museums!


Am Nachmittag machten wir uns dann auf den Rückweg nach Hause. Zum Glück gab es dieses Mal weniger Verkehr und die Fahrt dauerte nur ungefähr 6 Stunden. Um kurz vor 21.00 Uhr waren wir müde aber zufrieden wieder zurück in Menlo Park.



Fazit unseres Ausfluges:

  1. Langsam fühle ich mich hier wohl. Ich kann all die schönen Dinge geniessen, die es zu sehen gibt und habe während des Trips mehr als einmal gedacht: Mann, habe ich es schön hier. All die Trips und die vielen Sehenswürdigkeiten, die Kalifornien zu bieten hat! Natürlich vermisse ich die Schweiz immer noch, aber ich kann mich jetzt auch hier mehr freuen und bin dankbar, hier sein zu dürfen.
  2. Liebe Leute, kommt zu Besuch zu uns! Wir warten darauf, dass wir endlich jemandem all die schönen Dinge zeigen können, die es hier gibt! :-)

Kommentare

  1. Noch so gern! Aber z.Zt. verboten. Wie geht es Euch mit der Ausgangssperre? So schnell so vieles ungewiss... - God is in control!

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