Jaja... nun bin ich also wieder zurück in Dubai. Mein Schlafrhythmus ist zwar noch nicht ganz wiederhergestellt, aber ich bin auf einem guten Weg. ;-)
Nachdem ich die letzten zwei Tage abwechslungsweise mit schlafen, essen und Koffer auspacken verbracht habe, hatte ich heute das Bedürfnis, meine Wohnung wiedermal zu verlassen. So habe ich mich mit einer Arbeitskollegin getroffen, die gefühlt am anderen Ende von Dubai wohnt. Und irgendwie war ich heute abenteuerlustig und hab mit gedacht:
Wieso nicht wiedermal den öffentlichen Verkehr nutzen?
Die ÖV in Dubai sind eigentlich ganz gut ausgebaut (zumindest wenn man nicht zu sehr abseits wohnt...). Es gibt eine oberirdische Metro, die vom einem Ende von Dubai zum anderen an der Hauptverkehrsstrasse, der Sheikh Zayed Road, entlangführt. Ausserdem gibt es gute Busverbindungen und in der Dubai Marina sogar eine Tram.
Bus und Metro werden von allen möglichen Menschen genutzt, vor allem jedoch von Touristen, Menschen der unteren Lohnschicht und einigen westlichen Leuten, die Bus und Zug aus ihrer Heimat gewohnt sind. Einheimische fahren fast ausschliesslich GMC, Land Rover oder irgendwelche Sportwagen.
Immer wieder habe ich das Gefühl, dass ich an der Bushaltestelle komisch angeschaut werde, wenn ich auf den Bus warte. Woran das liegt, weiss ich nicht.
Die Metro hier in Dubai ist noch eher neu. Die Haltestellen sehen alle gleich aus, sie haben eine sehr futuristische Form. Wenn ich in einer weniger frequentierten Haltestelle die Rolltreppe hinauffahre, komme ich mir jeweils vor wie in einem Sci-Fi-Film, weil es irgendwie so unwirklich ist. Als würde ich jeden Moment in ein Raumschiff einsteigen.
Die Busse sind auch ganz okay, wobei die Busfahrer einen eher waghalsigen Fahrstil haben. Kurven und abrupte Halts bin ich ja eigentlich von der Buslinie 91 (Bretzwil-Lauwil-Reigoldswil) gewohnt. Hier habe ich das aber auf einem ganz neuen Level kennengelernt.
In der Metro gibt es extra Abteile für Frauen und Kinder. Diese sind ganz klar mit pinken Schildern und Linien markiert. Männer dürfen sich nicht in diesen Abteilen aufhalten, sonst erhalten sie eine Busse. Markiert wird die Grenze zwischen Männer- und Frauenabteil mit einem Strich auf dem Boden. Für uns Frauen ist das toll, denn die Frauenabteile sind immer weniger voll, als die der Männer. Letztere tun mir manchmal schon ein wenig leid; während wir ganz locker dastehen oder sogar sitzen können, müssen sie sich auf der anderen Seite der Linie dicht an dicht gedrängt in ihr Abteil quetschen. Irgendwie ein paradoxes Bild.
Lustigerweise gibt es auch immer wieder Männer, meist Touristen, die sich in das Frauenabteil verirren. Nach einigen Sekunden werden sie dann jeweils von einer Frau freundlich darauf hingewiesen, dass sie eigentlich nicht hier sein dürften... die Reaktion der Männer ist jedes Mal unbezahlbar: Ungläubiges, erschrockenes Hin- und Herschauen, Erblicken der pinken Schilder und dann im Stechschritt in Richtung pinke Linie ins überfüllte Männerabteil steuern.
Auch im Bus gibt es vorne einen abgetrennten Teil. Hier wird zwar nicht ganz so genau signalisiert, dass es sich um das Frauenabteil handelt, aber ich vermute doch, dass es so gedacht ist. Busse sind aber meist nicht so überfüllt, wie die Metro, sodass auch die Männer hinten einen Sitzplatz finden.
Schon seit einiger Zeit nutze ich nun also Bus und Metro, wenn ich meine wöchentliche Pilatesstunde besuche oder Arabischkurs habe. Direkt neben meinem Wohnhaus hat es eine Bushaltestelle. Und seit ich verstanden habe, welche Busnummer ich in welche Richtung nehmen muss, ist das Busfahren auch ganz einfach geworden.
Schwieriger kann es werden, wenn ich eine weitere Reise wage. So wie heute. Irgendwie klappt das nämlich nie so, wie ich es gerne hätte.
Eigentlich habe ich das Haus extra früh verlassen, damit ich auch jaaaa nicht zu spät komme. Normalerweise fahren die Busse von meinem zu Hause zur Metrostation alle 20 Minuten, also habe ich mich um 17.00 Uhr an die Haltestelle gestellt. Nach etwa 10 Minuten kam ein netter Mann pakistanischer Herkunft im Anzug zu mir herüber und fragte mich, ob ich ein Taxi bräuchte. Ich verneinte. Erstens hatte ich wirklich vor, mit dem Bus zu fahren und zweitens verrieten seine Kleider, dass er kein normales Taxi, sondern ein überteuertes Lexus-Taxi fuhr. Deshalb: Nein danke.
Aber ein wenig irritiert war ich schon... Weshalb fragte er mich überhaupt? Ich wartete ja offensichtlich auf den Bus, der bald da sein würde. Und ich hatte extra noch auf das Schild mit dem Fahrplan geschaut; zwischen 16.00 und 21.00 Uhr sollte jede 20 Minuten ein Bus fahren!
Als nach 25 Minuten noch kein Bus in Sicht war, checkte ich das Schild nochmals. Dann meine Uhr. Dann den Wochentag. Heute war Freitag. An Freitagen fahren die Busse nur alle 60 Minuten. Fahrplan lesen sollte man können...
Als ich dann endlich an der Metrostation angekommen war - nun halt doch mit einem Taxi - fuhr ich die Rolltreppe hoch und erwischte direkt eine Metro. Diese fahren etwa alle 5 Minuten. An dieser Stelle hatte ich das Gefühl, dass das Glück doch wieder auf meiner Seite war. Vielleicht würde ich es sogar schaffen, rechtzeitig um 18.00 Uhr bei der Ibn Battuta Mall zu sein, wo ich meine Kollegin treffen wollte!
Je länger wir unterwegs waren, desto optimistischer wurde ich. Es war 17.55 Uhr und ich war nur noch 2 Haltestellen von der Ibn Battuta Mall entfernt. Da kam plötzlich eine Durchsage in arabischer Sprache und eine kleine, asiatische Frau mit gelber Leuchtweste ging durchs Abteil: "Please, everyone out of the metro!"
Das war mir auf dem Weg zur Ibn Battuta Mall schon einmal passiert (ich musste damals deswegen sogar meinen Manicure-Termin verschieben!). Scheinbar wurde an den Gleisen gearbeitet und man musste das letzte Stück zur Mall mit einem Ersatzbus fahren. Aus Erfahrung wusste ich, dass das ewig dauern würde. Deshalb entschied ich mich, für das letzte Stück Weg auch noch einmal ein Taxi zu nehmen.
Mit nur knapp 10 Minuten Verspätung kam ich schlussendlich an meinem Ziel an. Für den Rückweg habe ich dann einfach direkt ein Taxi genommen.
Aber ich gebe nicht auf: Irgendwann werde ich es mit der Metro bis zu meinem eigentlichen Ziel schaffen!
Nachdem ich die letzten zwei Tage abwechslungsweise mit schlafen, essen und Koffer auspacken verbracht habe, hatte ich heute das Bedürfnis, meine Wohnung wiedermal zu verlassen. So habe ich mich mit einer Arbeitskollegin getroffen, die gefühlt am anderen Ende von Dubai wohnt. Und irgendwie war ich heute abenteuerlustig und hab mit gedacht:
Wieso nicht wiedermal den öffentlichen Verkehr nutzen?
Die ÖV in Dubai sind eigentlich ganz gut ausgebaut (zumindest wenn man nicht zu sehr abseits wohnt...). Es gibt eine oberirdische Metro, die vom einem Ende von Dubai zum anderen an der Hauptverkehrsstrasse, der Sheikh Zayed Road, entlangführt. Ausserdem gibt es gute Busverbindungen und in der Dubai Marina sogar eine Tram.
Bus und Metro werden von allen möglichen Menschen genutzt, vor allem jedoch von Touristen, Menschen der unteren Lohnschicht und einigen westlichen Leuten, die Bus und Zug aus ihrer Heimat gewohnt sind. Einheimische fahren fast ausschliesslich GMC, Land Rover oder irgendwelche Sportwagen.
Immer wieder habe ich das Gefühl, dass ich an der Bushaltestelle komisch angeschaut werde, wenn ich auf den Bus warte. Woran das liegt, weiss ich nicht.
Die Metro hier in Dubai ist noch eher neu. Die Haltestellen sehen alle gleich aus, sie haben eine sehr futuristische Form. Wenn ich in einer weniger frequentierten Haltestelle die Rolltreppe hinauffahre, komme ich mir jeweils vor wie in einem Sci-Fi-Film, weil es irgendwie so unwirklich ist. Als würde ich jeden Moment in ein Raumschiff einsteigen.
| In der grössten Metrostation von Dubai |
Die Busse sind auch ganz okay, wobei die Busfahrer einen eher waghalsigen Fahrstil haben. Kurven und abrupte Halts bin ich ja eigentlich von der Buslinie 91 (Bretzwil-Lauwil-Reigoldswil) gewohnt. Hier habe ich das aber auf einem ganz neuen Level kennengelernt.
In der Metro gibt es extra Abteile für Frauen und Kinder. Diese sind ganz klar mit pinken Schildern und Linien markiert. Männer dürfen sich nicht in diesen Abteilen aufhalten, sonst erhalten sie eine Busse. Markiert wird die Grenze zwischen Männer- und Frauenabteil mit einem Strich auf dem Boden. Für uns Frauen ist das toll, denn die Frauenabteile sind immer weniger voll, als die der Männer. Letztere tun mir manchmal schon ein wenig leid; während wir ganz locker dastehen oder sogar sitzen können, müssen sie sich auf der anderen Seite der Linie dicht an dicht gedrängt in ihr Abteil quetschen. Irgendwie ein paradoxes Bild.
Lustigerweise gibt es auch immer wieder Männer, meist Touristen, die sich in das Frauenabteil verirren. Nach einigen Sekunden werden sie dann jeweils von einer Frau freundlich darauf hingewiesen, dass sie eigentlich nicht hier sein dürften... die Reaktion der Männer ist jedes Mal unbezahlbar: Ungläubiges, erschrockenes Hin- und Herschauen, Erblicken der pinken Schilder und dann im Stechschritt in Richtung pinke Linie ins überfüllte Männerabteil steuern.
| Wie kann man DAS übersehen und im falschen Abteil landen? |
Auch im Bus gibt es vorne einen abgetrennten Teil. Hier wird zwar nicht ganz so genau signalisiert, dass es sich um das Frauenabteil handelt, aber ich vermute doch, dass es so gedacht ist. Busse sind aber meist nicht so überfüllt, wie die Metro, sodass auch die Männer hinten einen Sitzplatz finden.
Schon seit einiger Zeit nutze ich nun also Bus und Metro, wenn ich meine wöchentliche Pilatesstunde besuche oder Arabischkurs habe. Direkt neben meinem Wohnhaus hat es eine Bushaltestelle. Und seit ich verstanden habe, welche Busnummer ich in welche Richtung nehmen muss, ist das Busfahren auch ganz einfach geworden.
Schwieriger kann es werden, wenn ich eine weitere Reise wage. So wie heute. Irgendwie klappt das nämlich nie so, wie ich es gerne hätte.
Eigentlich habe ich das Haus extra früh verlassen, damit ich auch jaaaa nicht zu spät komme. Normalerweise fahren die Busse von meinem zu Hause zur Metrostation alle 20 Minuten, also habe ich mich um 17.00 Uhr an die Haltestelle gestellt. Nach etwa 10 Minuten kam ein netter Mann pakistanischer Herkunft im Anzug zu mir herüber und fragte mich, ob ich ein Taxi bräuchte. Ich verneinte. Erstens hatte ich wirklich vor, mit dem Bus zu fahren und zweitens verrieten seine Kleider, dass er kein normales Taxi, sondern ein überteuertes Lexus-Taxi fuhr. Deshalb: Nein danke.
| Die Bushaltestelle bei mir zu Hause. Im Hintergrund: Eine Baustelle für ein neues 5-Sterne-Hotel und das Haus, in dem ich wohne. |
Aber ein wenig irritiert war ich schon... Weshalb fragte er mich überhaupt? Ich wartete ja offensichtlich auf den Bus, der bald da sein würde. Und ich hatte extra noch auf das Schild mit dem Fahrplan geschaut; zwischen 16.00 und 21.00 Uhr sollte jede 20 Minuten ein Bus fahren!
Als nach 25 Minuten noch kein Bus in Sicht war, checkte ich das Schild nochmals. Dann meine Uhr. Dann den Wochentag. Heute war Freitag. An Freitagen fahren die Busse nur alle 60 Minuten. Fahrplan lesen sollte man können...
Als ich dann endlich an der Metrostation angekommen war - nun halt doch mit einem Taxi - fuhr ich die Rolltreppe hoch und erwischte direkt eine Metro. Diese fahren etwa alle 5 Minuten. An dieser Stelle hatte ich das Gefühl, dass das Glück doch wieder auf meiner Seite war. Vielleicht würde ich es sogar schaffen, rechtzeitig um 18.00 Uhr bei der Ibn Battuta Mall zu sein, wo ich meine Kollegin treffen wollte!
Je länger wir unterwegs waren, desto optimistischer wurde ich. Es war 17.55 Uhr und ich war nur noch 2 Haltestellen von der Ibn Battuta Mall entfernt. Da kam plötzlich eine Durchsage in arabischer Sprache und eine kleine, asiatische Frau mit gelber Leuchtweste ging durchs Abteil: "Please, everyone out of the metro!"
Das war mir auf dem Weg zur Ibn Battuta Mall schon einmal passiert (ich musste damals deswegen sogar meinen Manicure-Termin verschieben!). Scheinbar wurde an den Gleisen gearbeitet und man musste das letzte Stück zur Mall mit einem Ersatzbus fahren. Aus Erfahrung wusste ich, dass das ewig dauern würde. Deshalb entschied ich mich, für das letzte Stück Weg auch noch einmal ein Taxi zu nehmen.
Mit nur knapp 10 Minuten Verspätung kam ich schlussendlich an meinem Ziel an. Für den Rückweg habe ich dann einfach direkt ein Taxi genommen.
Aber ich gebe nicht auf: Irgendwann werde ich es mit der Metro bis zu meinem eigentlichen Ziel schaffen!
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