Am letzten Samstag waren Neo und ich in Sunnyvale. Das ist eine Ortschaft etwa 30 Minuten entfernt von wo wir wohnen. In Sunnyvale leben viele Inder (weshalb die Ortschaft auch Curryvale genannt wird, höhö), weswegen man dort indische Lebensmittel und andere indische Artikel kaufen kann. In Vorbereitung auf das hinduistische Fest
Diwali waren wir dann mal so richtig indisch einkaufen.
Anders als in Dubai ist es hier nämlich nicht möglich, indische Produkte im normalen Supermarkt zu kaufen. Nachdem ich es in Dubai zuerst komisch gefunden habe, dass man so viele exotische Lebensmittel bei Carrefour kaufen kann, hatte ich mich völlig daran gewöhnt und war ganz enttäuscht, dass das hier nicht der Fall ist. Zwar kann man hier im Supermarkt 30 verschiedene Chipssorten kaufen, dafür gibt es aber keinen Masala-Tee und kein Ghee (eine Art Butter zum Kochen).
So waren wir also in "Curryvale" und haben einen Grosseinkauf getätigt:
Neben Lebensmitteln haben wir auch Dekomaterial für Diwali gekauft. Zu Hause haben wir dann mit Kerzen unsere Wohnung dekoriert, ausserdem haben wir mit farbigem Pulver ein Rangoli gelegt. Rangoli sind Muster, die man zu besonderen hinduistischen Festen auf dem Boden macht. Obwohl Neo und ich beide nicht sehr kreativ sind, hat es sehr viel Spass gemacht und ist überraschend gut geworden! YouTube sei Dank.
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| Neben dem Pulver haben wir auch noch verschiedene Hilfsmittel gekauft, mit denen man das Pulver leichter dosieren kann. |
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| Man kann aber auch einfach Dinge aus dem Haushalt benutzen, zum Beispiel ein Streichholz. |
An Diwali, am 26. Oktober, hatten wir abends Besuch von ein paar indischen Freunden, mit denen wir nach Sonnenuntergang die Kerzen angezündet haben. Symbolisch soll in jedem Zimmer des Hauses eine Kerze brennen, was ich eine schöne Idee finde. Später bestellten wir uns indisches Essen und zum Nachtisch gab es typisch indische Süssigkeiten, die wir am Nachmittag gekauft hatten.
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| Unser fertiges Rangoli mit Kerzen im Hintergrund |
Verglichen mit Dubai, wo man während Diwali zu Parties geht und Feuerwerke gezündet werden, haben wir hier eher bescheiden gefeiert. Trotzdem war es sehr schön. Und mir ist es wichtig, dass wir nicht nur westliche Feste, sondern auch spezielle Anlässe aus Neos Kultur feiern. Das mag hier mit mehr Aufwand verbunden sein oder manchmal auch ein wenig komisch wirken. Aber wenn man so weit weg von zu Hause wohnt, sind solche Dinge besonders wichtig. Das habe ich auch gemerkt, als wir am Samstag endlich all die Lebensmittel einkaufen konnten, die Neo sonst nirgends finden konnte. Es braucht gar nicht viel und man fühlt sich plötzlich einfach mehr zu Hause. Und ich freue mich, dass ich all diese neuen Dinge kennenlernen darf - und dass unsere Küche jetzt nach feinen exotischen Gewürzen riecht.
Fast zur gleichen Zeit wie Diwali wird auch
Halloween gefeiert. Wer mich kennt, weiss, dass ich kein besonders grosser Fan bin, aber im Sinne von "Internationalism" und "Offen sein für andere Kulturen" habe ich mich auch an Halloweenvorbereitungen beteiligt.
Halloween ist hier ein "big deal" und man sieht schon Wochen vorher Häuser mit gruseliger Dekoration. Diese gruslige Dekoration ist nicht wirklich mein Ding, aber eine Kollegin hat ein Pumpkin carving organisiert, wo ich meinen ersten eigenen Kürbis geschnitzt habe. Leider ist der aber zu schnell gefault, weswegen wir ihn schon fünf Tage vor Halloween entsorgen mussten.
In der Schule waren an Halloween alle verkleidet und wir haben ein spezielles Halloweenprogramm gemacht. Abends war ich dann bei meiner Kollegin zu Hause, wo wir im Garten ein Football game geschaut und den Kindern, die zum Trick or Treat vorbeikamen, Süssigkeiten verteilt haben. Es war also alles in allem ein toller Tag und eine gute Gelegenheit, die amerikanische Kultur näher kennenzulernen und mit Leuten zusammenzusitzen.
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| Eltern der Schüler haben ein kleines Buffet mit grusligem Essen organisiert. |
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| Kürbis schnitzen mit Arbeitskollegen - hinter welchem Kürbis verstecke ich mich wohl? Tipp: Ich war beim Schnitzen mässig kreativ. :D |
Gestern waren wir dann übrigens doch noch an einer Diwali Party. Eine Freundin von Neo studiert an der Stanford Universität und die Indische Studentenorganisation stellt dort jedes Jahr eine Diwali-Feier auf die Beine. Weil wir für Neo zuerst noch etwas passendes anzuziehen kaufen mussten, haben wir den rituellen Teil leider verpasst. Dafür waren wir später beim indischen Buffet und der Bollywood Party dabei. Es war ein sehr gelungener Abend.
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| Leider hat Neo alle seine Kurtas (indische Kleider) im Shippingcontainer, der erst in 1-2 Wochen hier ankommt. Deswegen mussten wir gestern noch einmal schnell nach Curryvale düsen, um etwas für ihn zu kaufen, damit er nicht als einziger im Hemd zum Fest musste. ;-) |
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