Montag, 14. Oktober 2019 - Lebenszeichen

Liebe Freunde, Verwandte und Mitleser/innen,

Entschuldigt bitte, dass ich mich so lange nicht gemeldet habe. Meinen letzten Blogeintrag habe ich während meiner ersten Tage hier in den USA geschrieben und seither hatte ich keine Gelegenheit mehr, euch ein Update zu geben. Das soll sich jetzt ändern.

Ich war sehr froh, als Neo nur gerade mal eine Woche nach mir hier ankam. Anfangs war alles sehr surreal und ich musste mich erst einmal an die neue Situation gewöhnen. Aber es tat gut, nicht mehr allein in diesem "Wahnsinn" zu sein.

Wir zogen an seinem ersten Tag hier in eine Wohnung, in der wir für 4 Wochen bleiben konnten. Die Wohnung wurde von seiner Arbeitsstelle zur Verfügung gestellt. Innerhalb dieser 4 Wochen konnten wir uns dann etwas eigenes suchen.

Diese Zeit war, wie ihr euch vorstellen könnt, ein wenig stressig. Nicht nur in Bezug auf alles, was sich auf unserer To-do-Liste angesammelt hat, sondern auch emotional. Ich habe das oftmals gar nicht so bemerkt, da ich viel zu beschäftigt war, alles absolut Notwendige zu erledigen. Ab und zu kam ich dann aber an meine emotionalen Grenzen und hatte meine Tiefs. Ich habe mir manchmal selbst sehr viel abverlangt und mir nicht genügend Zeit gegeben, mich an die neue Situation zu gewöhnen. Oftmals merkt man das ja gar nicht, wenn man mittendrin ist. Hat man dann aber ein wenig Abstand oder spricht mit jemand Aussenstehenden, merkt man plötzlich: Hey, die Situation, in der ich gerade bin, IST stressig. Es IST anstrengend. Ich habe das Recht, ein wenig durch den Wind zu sein und mir Zeit zu nehmen, um mich an alles zu gewöhnen. Dann geht es manchmal plötzlich wieder besser.

Nicht nur waren wir jetzt in einem ganz neuen Land, mussten uns an neue Arbeitsplätze gewöhnen und eine Wohnung finden und einrichten. Wir haben vorher nicht zusammengelebt und mussten uns auch damit erst einmal zurechtfinden. Zum Glück kann sich Neo aber sehr gut anpassen (was ich von mir selbst nicht gerade behaupten würde...) und so hielten sich die Auseinandersetzungen in Grenzen. Und wir haben eine Geschirrspülmaschine, das macht das Leben auch einfacher. ;-)

Unsere ersten Wochenenden hier waren eine Mischung aus Wohnungsbesichtigungen, Sight seeing im Silicon Valley und San Francisco und kleineren Läufen und Gängen. Nach fast 10 Besichtigungen und ein wenig Hin und Her entschieden wir uns dann in unserer dritten Woche für eine Wohnung. Diese ist etwa 12 Minuten mit dem Velo von meiner Schule und etwa 20 Minuten von Neos Office entfernt. Leider haben wir keinen Balkon, dafür aber auch keinen ekligen Langhaarteppich, sondern alten Parkettboden - und viel Stauraum.

Wir hatten ein Wochenende Zeit, um bei IKEA Möbel auszusuchen. Am darauffolgenden Wochenende waren wir wieder bei IKEA und haben uns noch einmal für andere Möbel entschieden, diese bestellt und haben am gleichen Tag auch unseren Umzug durchgeführt. Zum Glück hatten wir dafür ein Mietauto.

Die nächste Woche verbrachten wir damit, nach der Arbeit unsere Möbel aufzubauen. Das war ein bisschen ein Knorz, da wir beide keine wirklichen Handwerker sind. Aber wir haben es tatsächlich geschafft, alles innerhalb einer Woche aufzubauen!

So konnten wir am Wochenende darauf noch einmal zu IKEA, um ein paar zusätzliche Dinge zu besorgen. Ja, die meisten unserer Möbelstücke sind von IKEA. Und ja, ich habe mich die letzten Wochenenden hauptsächlich von 1-Dollar Hot Dogs und Köttbullar ernährt. ;-)

Die Leute hier sind sehr hilfsbereit, was ich unheimlich schätze. Unseren Esstisch dürfen wir uns von einer meiner Arbeitskolleginnen ausleihen. Sie hat uns zum Transport unserer Einkäufe dann auch direkt ihren Mini-Van zur Verfügung gestellt. Mein Velo habe ich von einer anderen Kollegin gekriegt und lasse es gerade generalüberholen. In der Zwischenzeit fahre ich mit dem Velo meiner Chefin herum.

Da viele unserer Dinge im Shipping Container sind und dieser erst Ende Oktober ankommt, mussten wir uns auch Dinge wie ein Bügeleisen und einen Föhn ausleihen. Da waren die Eltern meiner Schüler sehr hilfsbereit.

Jaja, es gäbe noch viel zu erzählen. Zum Beispiel von unserer Heizung, die die ersten 3 Wochen nicht funktioniert hat. Oder von den Amerikanern. Von den scheusslichen Halloween-Dekorationen und der auf den ersten Blick so ähnlichen und dann doch so anderen Kultur. Oder von dem indischen Fest, an dem wir letzten Sonntag waren. Davon, wie es ist, einen solchen Umzug als Team durchzuziehen. Oder von all den schönen Dingen hier und dem Heimweh, dass man halt trotz allem manchmal hat. Aber je länger man nicht schreibt, desto allgemeiner muss man seine Einträge schlussendlich gestalten, damit man einen schnellen Überblick über das Geschehene geben kann.

Jetzt wo sich mein Leben langsam wieder normalisiert, hoffe ich aber, dass ich regelmässiger Zeit finden werde, hier zu berichten. Denn Themen gäbe es - wie ihr merkt - eindeutig genug!


Neo und ich am Tag der Schlüsselübergabe vor unserer ersten gemeinsamen Wohnung


So sah es in unserem Wohnzimmer am ersten Tag aus...


...zum Glück hatten wir aber innerhalb weniger Tage alle Möbel aufgebaut.


Zum Abschluss: Das ist auf meinem Schulweg, den ich täglich mit dem Velo radle. :-) Es folgen bald mehr Fotos!







Kommentare

  1. So einen idyllischen Schulweg hätten manche noch gerne! Und radeln bei praktischem Dauersonnenschein ist auch nicht ohne!!!
    Schick doch den Artikel an Idea - das ist doch eine Werbung, die sich bezahlt machen sollte!

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