Vielen habe ich es bereits mitgeteilt: Ich verlasse Dubai wie geplant diesen Sommer nach zwei intensiven und erlebnisreichen Jahren. Natürlich erfüllt mich das ein wenig mit Wehmut und ich mache mir bereits viele Gedanken darüber, was ich bis dahin noch alles erledigen und abklären muss. Auch der Gedanke an den Abschied von den Freunden, die ich dort gewinnen durfte, ist nicht leicht. Auf der anderen Seite freue ich mich aber auch auf eine neue Herausforderung - obwohl im Moment noch nicht feststeht, was das genau sein wird.
Mitten in all diesen Gedanken bin ich nun aber mit einem noch viel einschneidenderen Abschied konfrontiert - Dädda, mein Grossvater mütterlicherseits, verstarb vergangene Woche im Alter von 83 Jahren.
Ich weiss gar nicht, was ich noch dazu sagen soll. Es gäbe so vieles, aber es hilft ja doch nichts. Ich bin einfach unglaublich dankbar dafür, dass ich ihn so lange in meinem Leben haben durfte. Dankbar für die etlichen Ausflüge, die Zeit, die wir gemeinsam ums Haus verbringen konnten. Alles, was ich über Kaninchen, Hühner und Bienen lernen durfte. Und die vielen Stunden, die wir gemeinsam fern gesehen haben.
Ich durfte schrittweise und bewusst Abschied nehmen, jedes Mal, wenn ich nach den Ferien wieder nach Dubai zurückfliegen musste. Dennoch kam der letzte, endgültige Abschied nun sehr überraschend. Tröstlich war und ist, dass wir mit unserer Trauer und dem Schmerz nicht allein gelassen werden. So viele nette Leute hier und dort helfen mit, die Last zu tragen.
Julia war in Dubai, als meine Mutter mich angerufen und mir die schwere Nachricht überbracht hat. Sie und Neo haben mich in den ersten Tagen getröstet und auch dabei geholfen, mich ein wenig abzulenken. Am Samstag konnte ich dann direkt mit Julia in die Schweiz fliegen.
In der Schweiz war die Verwandtschaft da. Meine Eltern, meine Cousinen, meine Tante. Meine Grossmutter und bei der Abdankung auch Cousins und Cousinen meiner Mutter. Die letzte noch lebende Schwester meines Grossvaters.
Meine Freunde waren da. Mit Nachrichten, Anrufen, Karten - und viele auch mit ihrer Anwesenheit bei der Abdankungsfeier.
Das Dorf war da. Nachbarn, ehemalige Schulkameraden, Jodelkameraden, Kaninchenzüchter. Menschen, die meinen Grossvater als Freund und Bekannten geschätzt haben. Menschen, mit denen ich meine Kindheit geteilt, mit denen ich aber schon seit langem kaum mehr Kontakt habe.
Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, dass so viele Leute Anteil nehmen. Ich bin sehr berührt und mein Herz ist voller Dank.
Das ist eine der wundervollen Eigenschaften des Dorflebens. Manchmal ist es einem zu wenig bewusst, wenn man mittendrin ist. Aber ich sage euch, die die ihr in einer solchen Dorfgemeinschaft leben dürft: Es ist nicht selbstverständlich!
Natürlich ist es manchmal auch anstrengend - vielleicht hat man neugierige Nachbarn, und alles macht im Dorf ziemlich schnell die Runde. Man trifft an jeder Hundsverlochete dieselben Leute an und in allen Vereinen sind etwa die gleichen Leute engagiert. Es ist schwierig, jemandem, mit dem man nicht so auf einer Wellenlänge ist, auszuweichen.
Daneben gibt es aber eben auch viel Schönes. Erinnerungen, die man teilen kann. Menschen, die einen auf die eine oder andere Art das ganze Leben lang begleiten. Eine Solidarität und Verbundenheit untereinander.
Der Gedanke daran, dass ich längerfristig vermutlich nicht in die Schweiz und wahrscheinlich schon gar nicht nach Bretzwil zurückkehren werde, ist manchmal schwer. Ich werde wohl für meine Freunde nicht im gleichen Masse da sein können, wie sie es für mich in dieser schwierigen Situation sind. Ich kann meine Eltern im Moment nur bedingt unterstützen. Ich werde vielleicht in einem fernen Land leben, in einer Stadt, wo die Leute das Konzept einer solchen Dorfgemeinschaft nicht kennen.
Aber ich weiss auch, dass es so sein soll und gut ist. Und ich entscheide mich aus freiem Willen dazu - schliesslich bringt dieses Leben auch viel Spannendes, Angenehmes und Schönes mit sich. Ich mag dieses "andere" Leben. Aber eine kleine Sehnsucht nach dem zu Hause, mit dem ich auf eine so einzigartige Weise verbunden bin, wird wohl immer bleiben.
Mitten in all diesen Gedanken bin ich nun aber mit einem noch viel einschneidenderen Abschied konfrontiert - Dädda, mein Grossvater mütterlicherseits, verstarb vergangene Woche im Alter von 83 Jahren.
Ich weiss gar nicht, was ich noch dazu sagen soll. Es gäbe so vieles, aber es hilft ja doch nichts. Ich bin einfach unglaublich dankbar dafür, dass ich ihn so lange in meinem Leben haben durfte. Dankbar für die etlichen Ausflüge, die Zeit, die wir gemeinsam ums Haus verbringen konnten. Alles, was ich über Kaninchen, Hühner und Bienen lernen durfte. Und die vielen Stunden, die wir gemeinsam fern gesehen haben.
Ich durfte schrittweise und bewusst Abschied nehmen, jedes Mal, wenn ich nach den Ferien wieder nach Dubai zurückfliegen musste. Dennoch kam der letzte, endgültige Abschied nun sehr überraschend. Tröstlich war und ist, dass wir mit unserer Trauer und dem Schmerz nicht allein gelassen werden. So viele nette Leute hier und dort helfen mit, die Last zu tragen.
Julia war in Dubai, als meine Mutter mich angerufen und mir die schwere Nachricht überbracht hat. Sie und Neo haben mich in den ersten Tagen getröstet und auch dabei geholfen, mich ein wenig abzulenken. Am Samstag konnte ich dann direkt mit Julia in die Schweiz fliegen.
In der Schweiz war die Verwandtschaft da. Meine Eltern, meine Cousinen, meine Tante. Meine Grossmutter und bei der Abdankung auch Cousins und Cousinen meiner Mutter. Die letzte noch lebende Schwester meines Grossvaters.
Meine Freunde waren da. Mit Nachrichten, Anrufen, Karten - und viele auch mit ihrer Anwesenheit bei der Abdankungsfeier.
Das Dorf war da. Nachbarn, ehemalige Schulkameraden, Jodelkameraden, Kaninchenzüchter. Menschen, die meinen Grossvater als Freund und Bekannten geschätzt haben. Menschen, mit denen ich meine Kindheit geteilt, mit denen ich aber schon seit langem kaum mehr Kontakt habe.
Ich hätte nicht zu hoffen gewagt, dass so viele Leute Anteil nehmen. Ich bin sehr berührt und mein Herz ist voller Dank.
Das ist eine der wundervollen Eigenschaften des Dorflebens. Manchmal ist es einem zu wenig bewusst, wenn man mittendrin ist. Aber ich sage euch, die die ihr in einer solchen Dorfgemeinschaft leben dürft: Es ist nicht selbstverständlich!
Natürlich ist es manchmal auch anstrengend - vielleicht hat man neugierige Nachbarn, und alles macht im Dorf ziemlich schnell die Runde. Man trifft an jeder Hundsverlochete dieselben Leute an und in allen Vereinen sind etwa die gleichen Leute engagiert. Es ist schwierig, jemandem, mit dem man nicht so auf einer Wellenlänge ist, auszuweichen.
Daneben gibt es aber eben auch viel Schönes. Erinnerungen, die man teilen kann. Menschen, die einen auf die eine oder andere Art das ganze Leben lang begleiten. Eine Solidarität und Verbundenheit untereinander.
Der Gedanke daran, dass ich längerfristig vermutlich nicht in die Schweiz und wahrscheinlich schon gar nicht nach Bretzwil zurückkehren werde, ist manchmal schwer. Ich werde wohl für meine Freunde nicht im gleichen Masse da sein können, wie sie es für mich in dieser schwierigen Situation sind. Ich kann meine Eltern im Moment nur bedingt unterstützen. Ich werde vielleicht in einem fernen Land leben, in einer Stadt, wo die Leute das Konzept einer solchen Dorfgemeinschaft nicht kennen.
Aber ich weiss auch, dass es so sein soll und gut ist. Und ich entscheide mich aus freiem Willen dazu - schliesslich bringt dieses Leben auch viel Spannendes, Angenehmes und Schönes mit sich. Ich mag dieses "andere" Leben. Aber eine kleine Sehnsucht nach dem zu Hause, mit dem ich auf eine so einzigartige Weise verbunden bin, wird wohl immer bleiben.
E Hand voll Heimaterde
Hannes Fuhrer
Ganz lys erwacht e junge Tag, verschlafe sind no Dorf und Hütte.
Die erschti Vogelstimm im Hag, laht z´Früehkonzert ylüüte.
Es tropfet us em Blätterdach. Vom Gwitter us der letschte Nacht,
und Nebel schliche Geisterglich, verstohle dür mis Heimatrych.
Ja Dörfli bisch mis Glück, mis Hei, mir läbtig la di nid ellei!
Dert uf dr Egg bim Lindebaum, da wänd mir de e chli verwyle.
Und lusche eusem Summertraum, der Morgestimm, der fiine.
Es schmöckt so frisch und Aerdeguet, nach nassem Härd und junger Bluescht,
es isch als hätti d’Gwitternacht, ganz nöi Luft i d’Heimat bracht.
Ja Dörfli bisch mis Glück, mis Hei, mir läbtig la di nid ellei!
Uf einisch wird es z’grächtem hell, i Hus und Hof fahts afa lärme,
vertrouti Tön us Schür und Stall, die lönd mis Herz erwärme.
Und hinter Wulche, lueg die Pracht, wie Gold, mir d’Sunn i d’Auge lacht.
Oh Himmelstroscht, ghör i die Wort. Du prächtig schöne Heimatort!
Ja Dörfli bisch mis Glück, mis Hei, mir läbtig la di nid ellei!
Ach, mein herzlichstes Beileid! Ja, bei jedem Tod im engeren Beziehungskreis wird einem unsere eigene Endlichkeit bewusst; Geheimnis des Lebens und Sterbens.
AntwortenLöschenBe blessed.
Vielen Dank Vroni!
Löschendr däddä isch mer lebhaft in erinnerig mit sinere fründlige art, und het immer dr salat fertig gässe. E guete mensch. Über Umweg het mi d nochricht erreicht, mis beileid. lg Ben
AntwortenLöschenDanke Ben für dini Ateilnahm!
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