Einige meiner Leser haben sich bereits bei mir gemeldet, weil ich schon lange keinen Blogeintrag mehr verfasst habe. Aber seid unbesorgt - mir geht es gut! Der Alltag hatte mich nach meiner Rückkehr aus der Schweiz anfangs Januar ganz in seinen Fängen und es ist kaum etwas Besonderes passiert; deshalb habe ich mich so lange nicht gemeldet.
Heute nun möchte ich aber ein ganz spezielles Ereignis mit euch teilen. Ich durfte bei der historischen Messe von Papst Franziskus in Abu Dhabi dabei sein. Ganz im Sinne des Year of Tolerance war Papst Franziskus für drei Tage hier und hat sich mit den Staatsoberhäuptern, dem wichtigsten Imam des mittleren Osten, aber auch mit Menschen verschiedener christlicher Kirchen der VAE, getroffen.
Google erklärt das Year of Tolerance wie folgt: "On 15 December 2018, H. H. Sheikh Khalifa bin Zayed declared 2019 as the Year of Tolerance. (...) To solidify the UAE as the global capital for tolerance through a series of initiatives, projects and dialogues between various cultures and civilisations."
Damit, dass die VAE den Besuch des Papstes und eine Messe mit 130'000 Personen in Abu Dhabi möglich gemacht haben, haben sie nicht nur ein politisches, sondern auch ein inter-religiöses Exempel statuiert. Ich freue mich darüber, dass ein muslimisches Land die Offenheit und Toleranz besitzt, Menschen einer anderen Religionsgemeinschaft in ihrem Land so eine Erfahrung zu ermöglichen. Ich denke, davon können viele Länder, die sich selbst als tolerant und offen bezeichnen, es aber keineswegs immer sind, eine Scheibe abschneiden...
Nun aber genug des Philosophierens. Hier ein kleiner Tagesablauf mit Bildern.
00.00 Uhr: Das Abenteuer geht los
Heute Dienstag kurz nach Mitternacht verlasse ich meine Wohnung und mache mich auf den Weg zu meiner Freundin. Da es sich bei dieser Messe um den bisher grössten eintägigen Anlass in der Geschichte der VAE handelt, ist mit der Organisation ein enormer logistischer Aufwand verbunden. Den Menschen wurde nahe gelegt, sich zwischen 00.30 und 4.00 Uhr früh auf den Weg nach Abu Dhabi zu machen, um rechtzeitig für die Messe um 10.30 Uhr da zu sein.
00.30 Uhr: Abfahrt nach Abu Dhabi
Meine Freundin Caroline von der Evangelischen Kirchgemeinde, ihre philippinische Arbeitskollegin Mary Jane und ich fahren mit dem Auto los von Dubai nach Abu Dhabi. Zuerst hatten wir vor, mit den Bussen zu fahren, welche extra für den Anlass zur Verfügung gestellt werden. Spontan hat sich Caro dann aber umentschieden und unsere Bustickets am Montagnachmittag an einem Papstbesuch-Helpdesk gegen eine von 10'000 Parkkarten eingetauscht.
Auf dem Weg nach Abu Dhabi überholen wir duzende von Schulbussen, welche für diesen Tag umfunktioniert werden und Pilger aus verschiedenen Emiraten nach Abu Dhabi fahren.
01.45 Uhr: Ankunft beim Parking auf Yas Island, Abu Dhabi
Natürlich müssen wir in einiger Entfernung vom eigentlichen Ort des Geschehens parken. Da wir früh genug da sind, ist es kein Problem, einen guten Parkplatz zu finden. Auch der Verkehr hat sich in Grenzen gehalten, sodass wir schon sehr früh vor Ort eintreffen. Nachdem wir zur Toilette gegangen sind, stellen wir uns für den Shuttlebus an, der uns in die Nähe der Zayed Sports City Abu Dhabi fahren soll.
Hier fällt mir auf, dass es ausser Caro und mir kaum andere Europäer hat. Die meisten Leute hier sind Asiaten; Philippinos oder indisch aussehende Leute. Dieser Eindruck bestätigt sich später übrigens - ich schätze, dass maximal 5 Prozent aller Menschen, die im Stadion sind, westlicher Herkunft sind.
03.30 Uhr: Abfahrt mit dem Bus
Die Schlange ist unendlich lange und es gibt nur wenige Busse. Schlussendlich können wir dann aber doch noch in einen Bus einsteigen und haben sogar einen Sitzplatz.
04.00 Uhr: Fussmarsch
Aus mir noch immer nicht ganz erklärlichen Gründen fährt uns der Shuttlebus nur bis zu einem Parkplatz in der Nähe der grossen Sheikh Zayed Mosque in Abu Dhabi. Dort müssen wir in einer engen Überführung die Strasse überqueren und danach einmal fast um die ganze Moschee herumgehen, bis wir beim Eingang der Zayed Sport City ankommen. Auf dem Weg machen wir einen kurzen Stopp und suchen die Toilette einer Moschee auf. Polizisten verteilen kostenlos Wasser.
Ich bin erleichtert und auch beeindruckt von der Solidarität, die die Muslime den Christen bei diesem aussergewöhnlichen Anlass entgegen bringen.
Es sind extrem viele Leute zu Fuss unterwegs und aufgrund der indischen Kleidung vieler Frauen komme ich mir irgendwie wie auf einer Pilgerreise zum Ganges vor.
05.15 Uhr: Ankunft beim Zayed Sports City Stadium
Nach etwa 4 Kilometern Fussmarsch kommen wir früh morgens endlich beim Stadion an. Die Schlange bei unserem Gate ist ziemlich lange, da die Sicherheitskontrollgeräte wegen technischer Probleme kurzfristig ausfallen. Sobald aber alles wieder läuft, kommen wir zügig voran und sind auch schon bald im Stadion drin und bei unseren Sitzen.
05.40 Uhr: Endlich hinsetzen!
Es hat schon ziemlich viele Leute im Stadion. Da es aber ein grosses Station ist, verteilen sich die Menschen gut und wir finden unsere Sitze schnell. Unsere anderen Freunde von der evangelischen Kirchgemeinde sitzen bereits da.
Wir haben über die deutsche katholische Kirche 10 Tickets fürs Stadion erhalten. Alle Tickets sowie die Busfahrten waren kostenlos. Schlussendlich sollen so etwa 13'000 Menschen innerhalb des Stadions Platz finden. Weitere fast 130'000 Menschen haben Tickets für Stehplätze ausserhalb des Stadions gekriegt, von wo aus sie die Messe auf Bildschirmen mitverfolgen.
Nun geht das grosse Warten los. Nach nur 2 Stunden Schlaf und einer fast sechsstündigen Anreise frage ich mich ernsthaft, was ich hier eigentlich will. Dass man für die Toilette 45 Minuten anstehen muss, trägt auch nicht gerade zur Besserung meiner Laune bei. Nach all dieser Anstrengung tue ich mich schwer mit der christlichen Nächstenliebe und bin genervt von vielen meiner Mitmenschen.
Schlussendlich kaufe ich mir aber eine Cola und ein Sandwich und nach diesem Festmahl geht es mir wieder ein wenig besser.
08.00 Uhr: Die Gates werden geschlossen
Wer jetzt noch nicht im Stadion ist, wird auch nicht mehr reingelassen. Die Organisation ist klar und Zeitvorgaben werden eingehalten. Wir fragen uns, weshalb wir dann noch 2,5 Stunden warten müssen, bis die Messe endlich beginnt?
Eine Frau und ein Mann beginnen, den Rosenkranz vorzubeten. Danach werden gemeinsam mit dem Chor die Lieder für die Messe geübt.
10.00 Uhr: Die Show beginnt
Auf Bildschirmen im Stadion sehen wir, dass der Papst in seinem Papa-Mobil losfährt. Es wirkt sehr eindrücklich, wie er durch diese riesigen Menschenmengen fährt und den Leuten zuwinkt. Vor und hinter ihm hat es Golfcarts mit Security und einigen Emiratis in der traditionellen Kandura. Einige Security-Männer müssen in ihren Anzügen neben dem Papa-Mobil hertraben; es sieht anstrengend aus.
Endlich fährt der Papst ins Stadion ein. Die Menge spielt verrückt. Alle wedeln mit den Papst-Fähnchen, die sie auf ihren Sitzen gefunden haben. Viele tragen auch die Papst-Mütze als Sonnenschutz. Viele rufen im Chor: "Pope Francis! Pope Francis!" Die Stimmung ist gut.
Der Papst hält an einer Stelle kurz an, weil zwei kleine Mädchen auf das Papa-Mobil zurennen. Einheimische Männer in Kandura heben sie hoch, damit Papst Franziskus sie berühren kann.
Mary Jane weint, weil sie so gerührt ist. Sie ist gläubige Katholikin und war bereits einmal im Vatikan, hat den Papst dort aber leider nicht gesehen. Für sie geht heute ein grosser Wunsch in Erfüllung.
Vor und hinter uns hat es einige Libanesen, welche ihre Landesflagge schwingen.
10.30 Uhr: Die Messe
Dank des Booklets ist es auch für mich als Nichtkatholikin möglich, der Messe zu folgen. Sie dauert gut 1,5 Stunden. Viele, so auch ich, nicken während der Predigt kurz ein - kein Wunder nach dieser langen Anfahrt und einer Nacht ohne Schlaf. Ausserdem hält der Papst die Predigt auf italienisch und sie wird auf arabisch übersetzt. Da ich in beiden Sprachen nur Basiswissen habe, kann ich dem Gesagten nicht wirklich folgen, was sich ein wenig einschläfernd auf mein Gemüt auswirkt. ;-)
Viele der HelferInnen im Stadion tragen Abaya und Kandura. Die Emiratis machen Filmchen und Fotos und sind sehr interessiert und respektvoll. In der vordersten Reihe sitzt der Sheikh, der in den VAE für Kultur zuständig ist.
12.00 Uhr: Ende der Messe
Genau 12 Stunden nachdem ich meine Wohnung verlassen habe, ist die Messe vorüber. Die Leute strömen wieder aus dem Stadion. Wir wollen es auf jeden Fall umgehen, wieder stundenlang für den Shuttlebus anzustehen, zumal die Sonne in der Zwischenzeit ziemlich stark auf uns herunterbrennt. So entscheiden wir uns, uns in ein nahegelegenes Restaurant zu setzen, bis der Grossteil der Menschen weg ist.
14.15 Uhr: Taxi zurück zum Auto
Wider erwarten ist es dann gar nicht mal so schwierig, ein Taxi zu finden, das uns zu einem erschwinglichen Preis zurück zum Parkplatz auf Yas Island fährt. Auch der Verkehr ist ganz okay und wir kommen gut voran.
17.00 Uhr: Wieder zu Hause in Dubai
Caro fährt zuerst nach Al Satwa, um dort Mary Jane abzuladen. Danach bringt sie mich zu mir nach Hause nach Business Bay. Ich bin zwar total kaputt aber auch sehr zufrieden. Und dankbar, dass ich an diesem berührenden und einmaligen Anlass teilhaben durfte.
19.00 Uhr: Schlafenszeit
Ich gehe jetzt ins Bett, damit ich ein wenig Schlaf nachholen kann. Nachdem heute aufgrund des Papstbesuches alle Schulen in den VAE geschlossen waren, nehmen wir morgen unseren gewohnten Betrieb wieder auf. Dafür möchte ich doch einigermassen fit sein.
Aber zuerst noch eine kurze Vorschau: Bald gibt es wieder einen Eintrag von mir, denn ich fliege demnächst nach Delhi zur Hochzeit eines Freundes. Nicht verpassen! Und bis bald! ;-)
Heute nun möchte ich aber ein ganz spezielles Ereignis mit euch teilen. Ich durfte bei der historischen Messe von Papst Franziskus in Abu Dhabi dabei sein. Ganz im Sinne des Year of Tolerance war Papst Franziskus für drei Tage hier und hat sich mit den Staatsoberhäuptern, dem wichtigsten Imam des mittleren Osten, aber auch mit Menschen verschiedener christlicher Kirchen der VAE, getroffen.
Google erklärt das Year of Tolerance wie folgt: "On 15 December 2018, H. H. Sheikh Khalifa bin Zayed declared 2019 as the Year of Tolerance. (...) To solidify the UAE as the global capital for tolerance through a series of initiatives, projects and dialogues between various cultures and civilisations."
Damit, dass die VAE den Besuch des Papstes und eine Messe mit 130'000 Personen in Abu Dhabi möglich gemacht haben, haben sie nicht nur ein politisches, sondern auch ein inter-religiöses Exempel statuiert. Ich freue mich darüber, dass ein muslimisches Land die Offenheit und Toleranz besitzt, Menschen einer anderen Religionsgemeinschaft in ihrem Land so eine Erfahrung zu ermöglichen. Ich denke, davon können viele Länder, die sich selbst als tolerant und offen bezeichnen, es aber keineswegs immer sind, eine Scheibe abschneiden...
Nun aber genug des Philosophierens. Hier ein kleiner Tagesablauf mit Bildern.
00.00 Uhr: Das Abenteuer geht los
Heute Dienstag kurz nach Mitternacht verlasse ich meine Wohnung und mache mich auf den Weg zu meiner Freundin. Da es sich bei dieser Messe um den bisher grössten eintägigen Anlass in der Geschichte der VAE handelt, ist mit der Organisation ein enormer logistischer Aufwand verbunden. Den Menschen wurde nahe gelegt, sich zwischen 00.30 und 4.00 Uhr früh auf den Weg nach Abu Dhabi zu machen, um rechtzeitig für die Messe um 10.30 Uhr da zu sein.
00.30 Uhr: Abfahrt nach Abu Dhabi
Meine Freundin Caroline von der Evangelischen Kirchgemeinde, ihre philippinische Arbeitskollegin Mary Jane und ich fahren mit dem Auto los von Dubai nach Abu Dhabi. Zuerst hatten wir vor, mit den Bussen zu fahren, welche extra für den Anlass zur Verfügung gestellt werden. Spontan hat sich Caro dann aber umentschieden und unsere Bustickets am Montagnachmittag an einem Papstbesuch-Helpdesk gegen eine von 10'000 Parkkarten eingetauscht.
Auf dem Weg nach Abu Dhabi überholen wir duzende von Schulbussen, welche für diesen Tag umfunktioniert werden und Pilger aus verschiedenen Emiraten nach Abu Dhabi fahren.
| Andere fahren mit dem Schulbus nach Abu Dhabi - zum Glück hat Caro aber ein Auto und chauffiert uns. :-) |
01.45 Uhr: Ankunft beim Parking auf Yas Island, Abu Dhabi
Natürlich müssen wir in einiger Entfernung vom eigentlichen Ort des Geschehens parken. Da wir früh genug da sind, ist es kein Problem, einen guten Parkplatz zu finden. Auch der Verkehr hat sich in Grenzen gehalten, sodass wir schon sehr früh vor Ort eintreffen. Nachdem wir zur Toilette gegangen sind, stellen wir uns für den Shuttlebus an, der uns in die Nähe der Zayed Sports City Abu Dhabi fahren soll.
Hier fällt mir auf, dass es ausser Caro und mir kaum andere Europäer hat. Die meisten Leute hier sind Asiaten; Philippinos oder indisch aussehende Leute. Dieser Eindruck bestätigt sich später übrigens - ich schätze, dass maximal 5 Prozent aller Menschen, die im Stadion sind, westlicher Herkunft sind.
| Die lange Schlange von Menschen, die für den Shuttlebus von Parkplatz zur Moschee ansteht. |
03.30 Uhr: Abfahrt mit dem Bus
Die Schlange ist unendlich lange und es gibt nur wenige Busse. Schlussendlich können wir dann aber doch noch in einen Bus einsteigen und haben sogar einen Sitzplatz.
04.00 Uhr: Fussmarsch
Aus mir noch immer nicht ganz erklärlichen Gründen fährt uns der Shuttlebus nur bis zu einem Parkplatz in der Nähe der grossen Sheikh Zayed Mosque in Abu Dhabi. Dort müssen wir in einer engen Überführung die Strasse überqueren und danach einmal fast um die ganze Moschee herumgehen, bis wir beim Eingang der Zayed Sport City ankommen. Auf dem Weg machen wir einen kurzen Stopp und suchen die Toilette einer Moschee auf. Polizisten verteilen kostenlos Wasser.
Ich bin erleichtert und auch beeindruckt von der Solidarität, die die Muslime den Christen bei diesem aussergewöhnlichen Anlass entgegen bringen.
Es sind extrem viele Leute zu Fuss unterwegs und aufgrund der indischen Kleidung vieler Frauen komme ich mir irgendwie wie auf einer Pilgerreise zum Ganges vor.
| In der Überführung: Rechts sieht man die beleuchtete Grand Mosque von Abu Dhabi. |
| Einmal um die Moschee herum... |
05.15 Uhr: Ankunft beim Zayed Sports City Stadium
Nach etwa 4 Kilometern Fussmarsch kommen wir früh morgens endlich beim Stadion an. Die Schlange bei unserem Gate ist ziemlich lange, da die Sicherheitskontrollgeräte wegen technischer Probleme kurzfristig ausfallen. Sobald aber alles wieder läuft, kommen wir zügig voran und sind auch schon bald im Stadion drin und bei unseren Sitzen.
| Ankunft am Gate |
05.40 Uhr: Endlich hinsetzen!
Es hat schon ziemlich viele Leute im Stadion. Da es aber ein grosses Station ist, verteilen sich die Menschen gut und wir finden unsere Sitze schnell. Unsere anderen Freunde von der evangelischen Kirchgemeinde sitzen bereits da.
Wir haben über die deutsche katholische Kirche 10 Tickets fürs Stadion erhalten. Alle Tickets sowie die Busfahrten waren kostenlos. Schlussendlich sollen so etwa 13'000 Menschen innerhalb des Stadions Platz finden. Weitere fast 130'000 Menschen haben Tickets für Stehplätze ausserhalb des Stadions gekriegt, von wo aus sie die Messe auf Bildschirmen mitverfolgen.
Nun geht das grosse Warten los. Nach nur 2 Stunden Schlaf und einer fast sechsstündigen Anreise frage ich mich ernsthaft, was ich hier eigentlich will. Dass man für die Toilette 45 Minuten anstehen muss, trägt auch nicht gerade zur Besserung meiner Laune bei. Nach all dieser Anstrengung tue ich mich schwer mit der christlichen Nächstenliebe und bin genervt von vielen meiner Mitmenschen.
Schlussendlich kaufe ich mir aber eine Cola und ein Sandwich und nach diesem Festmahl geht es mir wieder ein wenig besser.
| Es ist noch dunkel um kurz vor 05.00 Uhr, aber das Stadion füllt sich langsam. |
08.00 Uhr: Die Gates werden geschlossen
Wer jetzt noch nicht im Stadion ist, wird auch nicht mehr reingelassen. Die Organisation ist klar und Zeitvorgaben werden eingehalten. Wir fragen uns, weshalb wir dann noch 2,5 Stunden warten müssen, bis die Messe endlich beginnt?
Eine Frau und ein Mann beginnen, den Rosenkranz vorzubeten. Danach werden gemeinsam mit dem Chor die Lieder für die Messe geübt.
| Wer sieht die Emiratis? |
10.00 Uhr: Die Show beginnt
Auf Bildschirmen im Stadion sehen wir, dass der Papst in seinem Papa-Mobil losfährt. Es wirkt sehr eindrücklich, wie er durch diese riesigen Menschenmengen fährt und den Leuten zuwinkt. Vor und hinter ihm hat es Golfcarts mit Security und einigen Emiratis in der traditionellen Kandura. Einige Security-Männer müssen in ihren Anzügen neben dem Papa-Mobil hertraben; es sieht anstrengend aus.
Endlich fährt der Papst ins Stadion ein. Die Menge spielt verrückt. Alle wedeln mit den Papst-Fähnchen, die sie auf ihren Sitzen gefunden haben. Viele tragen auch die Papst-Mütze als Sonnenschutz. Viele rufen im Chor: "Pope Francis! Pope Francis!" Die Stimmung ist gut.
Der Papst hält an einer Stelle kurz an, weil zwei kleine Mädchen auf das Papa-Mobil zurennen. Einheimische Männer in Kandura heben sie hoch, damit Papst Franziskus sie berühren kann.
Mary Jane weint, weil sie so gerührt ist. Sie ist gläubige Katholikin und war bereits einmal im Vatikan, hat den Papst dort aber leider nicht gesehen. Für sie geht heute ein grosser Wunsch in Erfüllung.
Vor und hinter uns hat es einige Libanesen, welche ihre Landesflagge schwingen.
| Pope Francis!! |
10.30 Uhr: Die Messe
Dank des Booklets ist es auch für mich als Nichtkatholikin möglich, der Messe zu folgen. Sie dauert gut 1,5 Stunden. Viele, so auch ich, nicken während der Predigt kurz ein - kein Wunder nach dieser langen Anfahrt und einer Nacht ohne Schlaf. Ausserdem hält der Papst die Predigt auf italienisch und sie wird auf arabisch übersetzt. Da ich in beiden Sprachen nur Basiswissen habe, kann ich dem Gesagten nicht wirklich folgen, was sich ein wenig einschläfernd auf mein Gemüt auswirkt. ;-)
Viele der HelferInnen im Stadion tragen Abaya und Kandura. Die Emiratis machen Filmchen und Fotos und sind sehr interessiert und respektvoll. In der vordersten Reihe sitzt der Sheikh, der in den VAE für Kultur zuständig ist.
12.00 Uhr: Ende der Messe
Genau 12 Stunden nachdem ich meine Wohnung verlassen habe, ist die Messe vorüber. Die Leute strömen wieder aus dem Stadion. Wir wollen es auf jeden Fall umgehen, wieder stundenlang für den Shuttlebus anzustehen, zumal die Sonne in der Zwischenzeit ziemlich stark auf uns herunterbrennt. So entscheiden wir uns, uns in ein nahegelegenes Restaurant zu setzen, bis der Grossteil der Menschen weg ist.
| Die Menschenmassen vor dem Stadion sind gigantisch. |
14.15 Uhr: Taxi zurück zum Auto
Wider erwarten ist es dann gar nicht mal so schwierig, ein Taxi zu finden, das uns zu einem erschwinglichen Preis zurück zum Parkplatz auf Yas Island fährt. Auch der Verkehr ist ganz okay und wir kommen gut voran.
17.00 Uhr: Wieder zu Hause in Dubai
Caro fährt zuerst nach Al Satwa, um dort Mary Jane abzuladen. Danach bringt sie mich zu mir nach Hause nach Business Bay. Ich bin zwar total kaputt aber auch sehr zufrieden. Und dankbar, dass ich an diesem berührenden und einmaligen Anlass teilhaben durfte.
19.00 Uhr: Schlafenszeit
Ich gehe jetzt ins Bett, damit ich ein wenig Schlaf nachholen kann. Nachdem heute aufgrund des Papstbesuches alle Schulen in den VAE geschlossen waren, nehmen wir morgen unseren gewohnten Betrieb wieder auf. Dafür möchte ich doch einigermassen fit sein.
Aber zuerst noch eine kurze Vorschau: Bald gibt es wieder einen Eintrag von mir, denn ich fliege demnächst nach Delhi zur Hochzeit eines Freundes. Nicht verpassen! Und bis bald! ;-)
Puah! Das ist vielleicht ein Bericht! Hab hier nichts davon gelesen in der Zeitung....
AntwortenLöschenIch habe auch von einigen anderen gehört, dass die internationale Presse dem Ganzen scheinbar nicht sehr viel Beachtung geschenkt hat - schade und für mich schwierig zu verstehen!
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