Samstag, 14. April 2018 - Oman: Muscat

Endlich! Zunächst möchte ich mich bei meinen treuen Lesern dafür entschuldigen, dass ich so lange nichts von mir habe hören lassen! Immer wieder haben sich Leute bei mir gemeldet und gefragt, wann ich wieder einmal einen Blogeintrag verfassen werde. Nun ist es soweit: Hier ist er!

Wie in meinem letzten Blogeintrag erwähnt, hatte ich kürzlich zwei Wochen Ferien und meine Eltern waren in der ersten Woche bei mir zu Besuch. Von den insgesamt neun Tagen, während denen sie da waren, haben wir drei im Oman verbracht. Heute möchte ich nun einiges darüber berichten. Ich hoffe, dass ich in den kommenden Wochen auch noch Zeit finden werde, einige Fotos von unseren anderen Ausflügen hochzuladen, da wir auch in den VAE einige schöne Orte besucht haben. Aber eins nach dem anderen.


Wenn man mit dem Auto von den VAE in den Oman reisen möchte, ist das nicht ganz einfach. Zunächst einmal braucht man eine spezielle Versicherung für das Auto, damit man überhaupt über die Grenze kommt. Dann muss man ein Visum beantragen. Und schlussendlich braucht man auch noch ein wenig Glück. Ich habe schon von mehreren Leute gehört, die an der Grenze wegen irgendwelcher Kleinigkeiten abgeblitzt sind und somit ihren Ausflug in den Oman nicht machen konnten.

Dementsprechend war ich bei den Vorbereitungen für diesen Trip ein wenig nervös. Es dauerte eine Weile, bis ich eine Autovermietungsfirma gefunden hatte, die Autos mit Omanversicherung vermietet. Nachdem ich dann versucht hatte, am Telefon (online geht das wegen der speziellen Versicherung schonmal nicht) ein Auto zu mieten und damit kläglich gescheitert bin, musste ich extra an den Flughafen fahren und das Auto dort vor Ort reservieren.
Als das erledigt war, hatte ich schon gedacht, dass nun alles vorbereitet sei. Bis anhin war es nämlich so, dass man sein Visum direkt an der Grenze zum Oman erhält. Um noch einmal zu überprüfen, ob das auch für Leute ohne VAE-Identitätskarte geht, habe ich mich dann doch noch im Internet schlau gemacht. Dabei habe ich herausgefunden, dass der Oman die Regeln für Visa zwei Tage vor unserem Ausflug ändert und man ab dann online ein Visum beantragen muss. Kurzfristig war ich nochmal gestresst, da ich das erst eine gute Woche vor unserem Trip herausfand. Es stellte sich aber heraus, dass es relativ einfach ist, das Visum online zu beantragen - vorausgesetzt die Internetseite funktioniert und die Person, die die übermittelten Daten kontrolliert, hat einen guten Tag (ich musste das Passfoto meines Vaters 4mal neu hochladen, weil denen immer etwas nicht passte...).

Als meine Eltern am 22. März dann aber hier ankamen, waren alle Vorbereitungen für den Oman getroffen und auch mit der Abholung des Mietwagens lief alles glatt, sodass wir unsere Reise früh morgens am 24. März antreten konnten.

Ich hatte mich zuvor erkundigt, wo man die Grenze am besten überquert und so fuhren wir los in Richtung Oman. Eine lange Strecke zeigte Google Maps das Gleiche wie die Strassenschilder ("Oman"). An einer Kreuzung entschieden wir uns dann aber, nicht mehr Google Maps, sondern nur noch den Strassenschildern zu folgen. Soweit so gut. Irgendwann meinte mein Vater, der unsere Fahrt weiterhin auf seinem Navi mitverfolgte, dass wir wohl an eine Grenze kämen und dann nur eine kurze Strecke durch einen Zipfel des Omans fahren würden und danach nochmals in die VAE wechseln würden, bevor wir dann tatsächlich ganz im Oman sind. Mir kam das da bereits ein wenig komisch vor, denn ich wusste ja, wie genau die Omanis es nehmen, wenn man die Grenze überqueren will. Wie konnte es also sein, dass man mal schnell durch einen Zipfel des Omans fahren und danach wieder in die VAE wechseln konnte?


Auf dem Weg von Dubai zur Grenze: Kamele spazierten ganz gemütlich über die Strasse und hielten so den Verkehr auf.

Als wir bei besagter Grenze ankamen, wurde klar: Es konnte nicht sein. Die nette Dame im Zollhäuschen sagte: "You can not cross the border from here, sister. This border is only for locals." Wir liessen uns dann erklären, dass wir einen Umweg von 1,5 Stunden zu dem Grenzübergang fahren mussten, den ich im Voraus hatte ansteuern wollen. Nun ja. Man lernt nie aus.

Bei der richtigen Grenze angekommen, wurde ich ein wenig nervös. Zunächst mussten wir die VAE verlassen und dafür natürlich etwas bezahlen. Danach fuhren wir eine kurze Strecke bis zu einem 
Checkpoint. Irgendwie dachten wir, das sei bereits die Grenze zum Oman. Wir mussten aber weder aussteigen noch am Zollhäuschen unsere Unterlagen vorweisen, was mir schon ein wenig suspekt vorkam. Von meinem letzten Ausflug wusste ich, dass man eigentlich ins Gebäude hineingehen und dort seine Unterlagen vorlegen muss. Nichtsdestotrotz fuhren wir weiter und dachten bereits, wir hätten die Grenzüberquerung reibungslos hinter uns gebracht. Bald stellte sich heraus, dass der eigentliche Grenzübergang noch vor uns lag. Gott sei Dank war aber alles mit unseren Unterlagen okay und wir mussten nicht anstehen, weshalb wir auch hier gut durchkamen.

So waren wir nun also im Oman. Unser Ziel war es, mit dem Auto bis nach Muscat, der Hauptstadt des Omans, zu fahren, wo wir ein Hotel für zwei Nächte gebucht hatten.

Die Fahrt dahin kam mir endlos vor. Die Strassen sind teilweise nicht im besten Zustand und zum Teil haben die Leute einen für Schweizerische Verhältnisse waghalsigen Fahrstil. Wir hielten unterwegs einige Male an, um zu tanken und uns die Beine zu vertreten. Einmal machten wir einen Halt am Meer, wo wir unser Zvieri assen. Entlang der Strasse, die direkt am Meer verläuft, sahen wir viele eher ärmliche Häuser, in denen Locals zu wohnen schienen. Es fiel mir auch auf, was ich bereit bei meinem letzten Ausflug in den Oman gesehen hatte: Es war alles ein wenig ungepflegt und es lag viel Müll herum.


Zvieri am Meer


Als wir dann am späten Nachmittag in Muscat ankamen, war ich sehr erleichtert. Es war während unseres Ausfluges bereits relativ warm (ab Ende März steigen die Temperaturen hier langsam wieder ins Unangenehme). Touristen macht das scheinbar nicht so viel aus, aber wenn man hier lebt, meidet man es in dieser Jahreszeit, längere Zeit draussen zu sein. Deshalb machte mir die Hitze tatsächlich ziemlich zu schaffen.

Wir bezogen unser Hotel und fuhren mit dem Auto zum Hafen. Gerade rechtzeitig, um von der Corniche aus den Sonnenuntergang zu sehen. Ich war überwältigt von der Schönheit dieses Ortes.

Sicht aus meinem Hotelzimmer auf den Stadtteil Ruwi

Abends an der Corniche von Matrah in Muscat


Muscat ist eine Stadt mit viel Charme. Dadurch, dass keine Wolkenkratzer gebaut werden dürfen, hat sie ihre ursprüngliche Form behalten und ist architektonisch eine wunderschöne Abwechslung zu Dubai. Die Stadt liegt am Golf von Oman am Fusse des Hadschar-Gebirges. Bei der Fahrt von einem Stadtteil in den anderen geht es teilweise rauf und runter und man durchquert das Gebirge.

Wir waren an diesem Abend hauptsächlich am Hafen, wo wir etwas assen und den alten Souk besuchten. Man kann sich dort richtig gut vorstellen, wie Muscat in seiner Blütezeit als Küsten- und Handelszentrum ausgesehen haben muss.

Promenade am Hafen von Muscat - der Verkehr war unglaublich...

Promenade am Hafen von Muscat - wir haben hier einige Kreuzfahrtschiffe gesehen, unter anderem die Aida.

Der Souk von Matrah am Hafen von Muscat - hier haben wir uns Kaschmirschals gekauft. ;-)

Am nächsten Tag haben wir uns noch einige Sehenswürdigkeiten in Muscat angeschaut und dabei gemerkt, wie langgezogen diese Stadt ist. Zum Glück war es aber kein Problem, mit dem Mietauto von einem Ort zum anderen zu kommen.


Eines der alten Stadttore von Muscat, welches wir auf dem Weg von und zum Hotel mehrmals passierten. Spannenderweise hatte es in unserem Hotel übrigens sehr viele Deutsche und Schweizer, welche zum Teil individuell aber auch mit Reisegruppen unterwegs waren.


Der Garten der Sultan Al Qaboos Moschee - die meisten Moscheen dürfen nicht von Nichtmuslimen besucht werden. Diese Moschee ist aber auch für Nichtgläubige geöffnet und sehr eindrücklich. Frauen müssen sich komplett bedecken (lange Hose und lange Ärmel, Kopftuch).

Der Innenhof der Sultan Al Qaboos Moschee

Wenn man den Gebetsraum betreten möchte, muss man sich die Schuhe ausziehen.


Der königliche Palast Qasr Al-A'lam - der Oman ist ein Sultanat und wird als absolute Monarchie vom Sultan Qaboos bin Said regiert. Dieser Palast ist einer von insgesamt sechs königlichen Palästen und wurde erst in den 1970er-Jahren erbaut. Er liegt umgeben vom Gebirge in Old Muscat. Direkt gegenüber befindet sich das National Museum, das erst 2016 eröffnet wurde und einem einen spannenden Einblick in die Geschichte und Kultur des Omans gibt.


Ein weiterer Sonnenuntergang an der Corniche...

Am nächsten Tag fuhren wir dann wieder zurück nach Dubai und haben unterwegs noch einen Abstecher zu einem alten Fort gemacht.

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