Sonntag, 11. März 2018 - Zufriedenheit

Ich bin zufrieden.

Obwohl ich mich hier schon früh relativ wohl gefühlt habe, hat es tatsächlich einige Zeit gedauert, wirklich ganz in Dubai anzukommen. Zumindest habe ich nun das Gefühl, ich sei angekommen; das hatte ich ja zuvor auch schon - vielleicht ändert sich das auch wieder. ;-) Und vielleicht habe ich zwischendurch auch wiedermal eine Krise, wer weiss. Ausschliessen kann ich es nicht, habe aber den Eindruck, dass ich im Moment sehr ausgeglichen bin.

Ich bin offener geworden und gehe mehr auf andere Leute zu (habe ich das in einem meiner vergangenen Einträge bereits erwähnt?). Zu Beginn habe ich mich immer davor gescheut, Leute anzusprechen. Wenn man das aber nicht tut, kann es sein, dass man eher selten aus dem Haus kommt (ich weiss, eigentlich logisch...). So habe ich mich kürzlich ab und zu mal getraut nachzufragen und war deshalb in den letzten Wochen einige Male mit Arbeitskolleginnen Abendessen oder was trinken, das hat sehr gut getan.

Ausserdem bin ich seit zwei Wochen auch im Kirchenvorstand und habe bald meine erste Kirchenratssitzung. Dass ich in Dubai so aktiv in der Kirchgemeinde mitwirken würde, hätte ich mir nie träumen lassen. Aber es gibt einem einen sehr spannenden Einblick in das Gemeindeleben und auch eine gewissen "Prominenz"; die Leute sprechen mich nun teilweise vor oder nach dem Gottesdienst an und es entstehen gute Gespräche. Ich hatte immer angenommen, dass wer im Ausland eine deutschsprachige Kirchgemeinde aufsucht, eher religiös geprägt sein muss und bereits in der Heimat regelmässiger Kirchgänger war. Inzwischen habe ich aber gemerkt, dass es auch viele Leute gibt, die eher per Zufall zur Kirchgemeinde gestossen sind und hier überraschend eine Anlaufstelle und Gemeinschaft gefunden haben. Das finde ich immer wieder sehr spannend.

Auch bei der Arbeit läuft es gut. Natürlich rege ich mich teilweise immer noch auf und bin gestresst. Und ich bin mir weiterhin sicher, dass ich mich mit vielem hier nicht anfreunden werden kann. Allgemein vermisse ich die staatliche Schweizer Schule und habe unser Schulsystem sehr schätzen gelernt. Aber seit ich wieder positiver eingestellt bin und im Privatleben mehr Ausgleich und Kontakt zu anderen Menschen finde, kann ich damit wieder besser umgehen.

Man merkt vielleicht, dass es im Moment nicht sehr viel zu erzählen gibt. :D Aber ich weiss, dass sich das bald wieder ändern wird: Meine Eltern kommen in zwei Wochen zu Besuch (jupiii)! und es sind einige Ausflüge geplant, über die ich bestimmt berichten werde. Und dann steht auch schon bald Ramadan vor der Tür. Ausserdem werde ich bestimmt auch ein paar interessante Dinge über meine Arbeit in der Kirchgemeinde zu erzählen haben, die sich neben den Gottesdiensten auch auf ganz weltlicher Ebene für Deutsche einsetzt, die beispielsweise hier im Gefängnis sitzen und niemanden haben, der sie unterstützt.

Die Tage werden wieder wärmer und so geniesse ich noch die letzten paar Wochen, in denen man abends irgendwo draussen sitzen und zu Fuss unterwegs sein kann.

Meine Gedanken sind bei all den lieben Leuten in der Schweiz, die meinem Blog folgen und sich ab und zu auch ganz unerwartet persönlich bei mir melden. Danke, dass es euch alle gibt! Ihr hört bald wieder von mir! :-)



Zum Abschluss nun noch ein paar Fotos von einem Schulausflug, den wir kürzlich gemacht haben. Wir waren im Nachbaremirat Sharjah an einem deutschen Geschichtenerzähl-Anlass (storytelling event). Auf den Bildern sieht man Al Noor Island und das Schmetterlinghaus (goldenes Dach). Der Ausflug war sehr speziell, da alle deutschsprachigen Primarschulklassen dabei waren und uns eine Frau aus dem Südtirol auf deutsch traditionelle Märchen aus dem Tirol erzählt hat. Ich habe es genossen, den ganzen Tag deutsch sprechen zu können. Und die Insel war wunderbar, wie ein Ruhepol zwischen all dem Lärm der Stadt.




Kommentare

  1. So gut: durch Deinen Blog lerne ich noch den nahen Osten kennen! Auf maps sind ja nebst der Geographie immer noch Föteli zu sehen, die einem einen guten Einblick geben. Danke, Dear! Und super, dass Du unter die Leute gehst; es ist eine Tatsache, dass mit andern zusammen das Leben stattfindet. Nebst den Naturschönheiten in Neuseeland waren die Begegnungen mit Menschen vor Ort das Eindrücklichste; sie lassen uns mehr als nur Tourismus erleben. Übrigens: NZ ist eine Reise wert!!! Gute Zeit mit den Eltern und liebe Grüsse an sie!

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    1. Richtig! Man lernt einen Ort ganz anders kennen, wenn man mit den Leuten dort in Kontakt kommt. Danke, den Gruss werde ich ausrichten. :-)

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