Nach einer ungewöhnlich langen Pause komme ich nun wieder einmal dazu, einen Blogeintrag zu verfassen! Ich war in den letzten zwei Wochen sehr beschäftigt und viel unterwegs, weshalb ich den Eintrag letzte Woche ausfallen lassen habe. Diesen Donnerstagabend habe ich aber etwas erlebt, von dem ich euch unbedingt berichten möchte.
Die Geschichte begann eigentlich schon vor einer Woche. Da wurde uns nämlich mitgeteilt, dass am 31. Januar die Schweizer Band Pegasus bei uns an der Swiss International Scientific School spielen sollte. Das hat mich zu dem Zeitpunkt nicht gross berührt, da ich nicht genau wusste, wer das überhaupt war. Natürlich kannte ich den Namen Pegasus, konnte diesen aber weder mit einem Lied, noch mit den Gesichtern der Bandmitglieder in Zusammenhang bringen.
Das änderte sich, als wir die Information kriegten, dass alle Klassen dieses Konzert besuchen sollten. Ich stand dem Ganzen neutral gegenüber, wollte aber nicht ganz unvorbereitet an das Konzert gehen und habe die Band deshalb 30 Minuten vor dem Konzert kurz gegoogelt. Dabei habe ich herausgefunden, dass ich einige der Lieder tatsächlich aus dem Radio kannte, was mich dann doch irgendwie freute.
Das Konzert von Pegasus an der SISD dauerte dann etwa 15 Minuten und beinhaltete 3 Lieder. Natürlich kannten die meisten Schüler die Band nicht, weil sie entweder noch zu klein sind und sich für solche Dinge nicht interessieren oder weil sie keine Schweizer sind. Als der Sänger der Band fragte, wer im Raum denn Schweizerdeutsch sprechen würde, streckten nur sehr wenige Schüler und Lehrer auf. Als er hingegen nach Französisch fragte, meldete sich fast die Hälfte der Zuhörer. Lustig - bei uns an der Schule ist es grade andersrum als in der Schweiz. ;-)
Obwohl die meisten Leute die Band also nicht kannten, genossen alle das Konzert sehr und waren im Nachhinein ganz wild auf Unterschriften. Ausserdem erhielten wir die Info, dass man Gratistickets für ein Konzert der Band am nächsten Abend kriegen konnte. Ich entschied mich kurzerhand dazu, an das Konzert zu gehen. Auf dem Gang traf ich dann einen französischsprechenden Arbeitskollegen aus dem Wallis an und fragte ihn, ob er mit seiner Frau auch mitkommen wolle. Er sagte spontan zu.
So standen wir also am Donnerstagabend um 20.30 Uhr vor den Türen des Madinat Jumeirah Theatre und warteten darauf, dass wir den Saal betreten konnten. Madinat Jumeirah als Ort für das Konzert einer Schweizer Band fand ich irgendwie bizarr. Es handelt sich dabei um die Nachbildung eines typischen arabischen Marktes, welchen man Souk nennt. Man kann dort viele sehr teure Souvenirs an kleinen Ständen kaufen, aber auch sehr luxuriös essen und die Athmosphäre geniessen. Oder eben ein Schweizer Konzert besuchen.
Der Konzertsaal war bestuhlt wie ein Kino. Ich dachte mir gleich zu Beginn: Irgendwie komisch, so gemütlich sitzend einem Popkonzert zu lauschen. Und sicher auch schwierig für die Band, eine gute Stimmung zu erzeugen, wenn das Publikum sich kaum bewegt...
Vor dem Konzert war aber zunächst einmal Zeit für Werbung. Diese wurde, ganz kino-typisch, auf einer Leinwand auf der Bühne gezeigt. Die Werbung war in deutsch und englisch mit schweizerdeutschem Akzent und pries die Schweiz an. Es gab sogar Werbung für einen neuen Schweizer Film, der scheinbar bald in die Schweizer Kino kommen soll. Zwar interessant, aber irgendwie komisch - wer aus dem Publikum würde wohl je die Gelegenheit haben, in der Schweiz im Kino genau diesen Film schauen zu gehen? Naja.
Nach der Werbung gab es eine Ansprache. Eine Dame und ein Herr betraten die Bühne. Die Dame wurde als Schweizer Botschafterin vorgestellt. Ich war überrascht. Der Herr, der rechts neben mir sass, fragte mich: "Are you from Switzerland?" Als ich die Frage bejahte, sagte er: "Is this your ambassador (ist das eure Botschafterin)?" Ganz schweizerisch-ahnungslos (welcher Schweizer kennt schon seine Politiker, geschweige denn Botschafter?) antwortete ich: "Oh yes, seems like... (Ja, scheint so...)". Der Mann war irritiert.
Die Irritation wurde nur noch grösser, als die Frau Botschafterin mit ihrer Ansprache begann. Da ein grosser Teil des Publikums nicht aus der Schweiz kam, hielt sie ihre Ansage auf Englisch. Meine lieben Leser, ich habe - und das ist nicht übertrieben - noch nie ein so schweizerisch klingendes Englisch gehört. Ich traute meinen Ohren kaum. War das Absicht? Vielleicht ein strategischer Schachzug, so wie das schlechte Hochdeutsch und das Français Fédéral unserer Politiker in der Schweiz? Ich weiss es nicht. Es war auf jeden Fall sehr amüsant.
Leider konnte ich mich nicht so gut auf den Inhalt ihrer Rede konzentrieren. Was ich aber mitbekam, war, dass dieses Konzert wohl zu den "Swiss Days" gehörte, die dieses Jahr bereits zum 10. Mal organisiert von Swiss Art Gate UAE und unterstützt von der Schweizer Botschaft stattfanden. Auch unsere Schule schien, neben Nescafé Gold und irgendeinem Autohersteller (nein, nicht Subaru), zu den Sponsoren zu gehören.
Nach dieser lustigen Ansage war es nun endlich so weit: Pegasus betraten die Bühne. Neben den drei Gründungsmitgliedern waren auch noch zwei weitere Musiker dabei, die am Vortag in der Schule gefehlt hatten. Ich fand, dass die Band eine gute Bühnenpräsenz hatte. Das ist meiner Meinung nach eine der Bands, die Live besser ist als auf Aufnahmen, da sie eine gewisse Ausstrahlung hat. Und dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass es sich bei den Jungs von Pegasus um Superstars handelt oder sie sich übertrieben wichtig nehmen; im Gegenteil. Sie waren sehr nahe am Publikum und ich hatte nicht den Eindruck, am Konzert einer Band zu sein, die in der Schweiz so erfolgreich ist und bereits drei Swiss Music Awards gewonnen hat.
Vielleicht lag das aber auch am Rahmen des Konzerts. Im Saal gab es sehr wenige "Super-Fans", sondern eher Leute, die einfach die Musik einer Band genossen, von der sie vorher wahrscheinlich noch nie etwas gehört hatten. Das kreierte eine gewisse Lockerheit, einfach nur den Moment zu geniessen, anstatt dauer-aufgeregt sein zu müssen, weil man nun endlich seinen grossen Vorbildern und Idolen so nah sein konnte. :D
Zuerst sassen alle Leute in ihren Sesseln. Niemand schien sich zu trauen, aufzustehen, obwohl der Sänger der Band uns ausdrücklich aufforderte. Erst als die Botschafterin in der ersten Reihe aufstand, traute sich dann der Rest des Publikums, für ein Lied aufzustehen und zu tanzen. Aber kaum waren die letzten Töne verklungen, sassen alle schon wieder auf ihren Plätzen.
Ein wenig später forderte dann der Bassist der Band dazu auf, dass man doch direkt vor die Bühne kommen und tanzen solle. In der Reihe vor mir sassen zwei meiner Schülerinnen, welche ihre Mutter fragten, ob sie das tun dürften. Die Mutter verneinte. Da sah ich meine Chance (ja, ich gebe zu, ich wollte einfach vor die Bühne und tanzen, so langweilig herumsitzen ist nicht so mein Ding): Ich tippte der Mutter auf die Schulter und deutete an, dass ich die Kinder nach vorne begleiten würde. Und wie das so ist, wenn eine Lehrerin etwas sagt - die Mutter musste zwangsweise einwilligen. ;-)
So gingen wir zur Bühne. Wir waren als erste vorne, aber bald trauten sich auch viele andere zum Bühnenrand. Die Asiatinnen lehnten sich an die Bühne und machten Selfies mit den Musikern im Hintergrund (vermutlich sahen sie das Konzert ausschliesslich durch ihre Handykamera). Die Politiker und Organisatoren in der ersten Reihe tanzten ausgelassen. Es war wirklich ein tolles Konzert. Am Schluss verteilten die Gitarristen und der Bassist ihre Plektren an die Mädchen im Publikum. Das machte mich fast ein wenig neidisch. Ich hatte nämlich nur ein einziges Plektrum aus der Schweiz mitgebracht und dieses vor einiger Zeit verloren. Nun musste ich in der Schule immer ohne Plektrum Gitarre spiele, was ich nicht so gerne tue. Aber ich traute mich nicht, nach einem Plektrum fragen zu gehen, das kam mir dann doch irgendwie lächerlich vor.
Nach dem Konzert standen wir dann noch gemeinsam mit unserem Schulleiter und seiner Frau in der Lobby. Ich hatte nicht realisiert, dass diese auch am Konzert gewesen waren. Sie hingegen hatten mich natürlich sehr wohl bereits im Saal gesehen *hust*. Wir sprachen kurz mit der Botschafterin und unterhielten uns über das Konzert und die Swiss Days.
Natürlich kannte unser Schulleiter die Musiker persönlich, schliesslich war unsere Schule indirekt in die Organisation des Konzert involviert gewesen. Als die Band dann also in die Lobby kam, um Unterschriften zu verteilen und Fotos zu machen, sagte die Frau des Schulleiters zu mir, ich solle doch ein Foto mit dem Sänger der Band machen. Ich war nicht unbedingt scharf darauf und winkte lachend ab. Das liess sie aber nicht durchgehen und schob mich in Richtung Unterschriftentisch. Und mit den Worten: "Lueg mol Noah, do möcht öber uuunbedingt e Foti mit dir. Sie isch din grösste Fan!" stellte sie mich dem Sänger vor. Peinlich berührt schüttelte ich dessen Hand und stellte mich neben ihn. Neben der Frau des Schulleiters machten noch zwei weitere Leute Fotos von uns (wieso?) und ich versuchte, möglichst nett zu lächeln, was mir in Hinblick auf die Situation schwer fiel.
Nach dem Foto dachte ich: Okay, jetzt oder nie. Ich stehe sowieso schon da wir der grösste Groupie. Ich ging nochmals zum Tisch hin und fragte den Bassisten, ob er noch ein Plektrum habe. Leider verneinte er und sagte, ich solle doch den Sänger fragen. Also ging ich nochmals zu Noah hin und fragte nach. Er kramte in seiner Hosentasche und tatsächlich - er fand ein oranges Plektrum, welches er mir überreichte.
Was für ein erfolgreicher Abend! Ich wurde über Nacht zum grössten Fan von Pegasus, habe die Schweizer Botschafterin persönlich kennengelernt, bin nun im Besitz eines Fotos mit Noah von Pegasus und kann wieder anständig Gitarre spielen, ohne meinen Nagellack damit zu ruinieren!
Die Geschichte begann eigentlich schon vor einer Woche. Da wurde uns nämlich mitgeteilt, dass am 31. Januar die Schweizer Band Pegasus bei uns an der Swiss International Scientific School spielen sollte. Das hat mich zu dem Zeitpunkt nicht gross berührt, da ich nicht genau wusste, wer das überhaupt war. Natürlich kannte ich den Namen Pegasus, konnte diesen aber weder mit einem Lied, noch mit den Gesichtern der Bandmitglieder in Zusammenhang bringen.
Das änderte sich, als wir die Information kriegten, dass alle Klassen dieses Konzert besuchen sollten. Ich stand dem Ganzen neutral gegenüber, wollte aber nicht ganz unvorbereitet an das Konzert gehen und habe die Band deshalb 30 Minuten vor dem Konzert kurz gegoogelt. Dabei habe ich herausgefunden, dass ich einige der Lieder tatsächlich aus dem Radio kannte, was mich dann doch irgendwie freute.
Das Konzert von Pegasus an der SISD dauerte dann etwa 15 Minuten und beinhaltete 3 Lieder. Natürlich kannten die meisten Schüler die Band nicht, weil sie entweder noch zu klein sind und sich für solche Dinge nicht interessieren oder weil sie keine Schweizer sind. Als der Sänger der Band fragte, wer im Raum denn Schweizerdeutsch sprechen würde, streckten nur sehr wenige Schüler und Lehrer auf. Als er hingegen nach Französisch fragte, meldete sich fast die Hälfte der Zuhörer. Lustig - bei uns an der Schule ist es grade andersrum als in der Schweiz. ;-)
| Pegasus an der SISD |
Obwohl die meisten Leute die Band also nicht kannten, genossen alle das Konzert sehr und waren im Nachhinein ganz wild auf Unterschriften. Ausserdem erhielten wir die Info, dass man Gratistickets für ein Konzert der Band am nächsten Abend kriegen konnte. Ich entschied mich kurzerhand dazu, an das Konzert zu gehen. Auf dem Gang traf ich dann einen französischsprechenden Arbeitskollegen aus dem Wallis an und fragte ihn, ob er mit seiner Frau auch mitkommen wolle. Er sagte spontan zu.
So standen wir also am Donnerstagabend um 20.30 Uhr vor den Türen des Madinat Jumeirah Theatre und warteten darauf, dass wir den Saal betreten konnten. Madinat Jumeirah als Ort für das Konzert einer Schweizer Band fand ich irgendwie bizarr. Es handelt sich dabei um die Nachbildung eines typischen arabischen Marktes, welchen man Souk nennt. Man kann dort viele sehr teure Souvenirs an kleinen Ständen kaufen, aber auch sehr luxuriös essen und die Athmosphäre geniessen. Oder eben ein Schweizer Konzert besuchen.
Der Konzertsaal war bestuhlt wie ein Kino. Ich dachte mir gleich zu Beginn: Irgendwie komisch, so gemütlich sitzend einem Popkonzert zu lauschen. Und sicher auch schwierig für die Band, eine gute Stimmung zu erzeugen, wenn das Publikum sich kaum bewegt...
Vor dem Konzert war aber zunächst einmal Zeit für Werbung. Diese wurde, ganz kino-typisch, auf einer Leinwand auf der Bühne gezeigt. Die Werbung war in deutsch und englisch mit schweizerdeutschem Akzent und pries die Schweiz an. Es gab sogar Werbung für einen neuen Schweizer Film, der scheinbar bald in die Schweizer Kino kommen soll. Zwar interessant, aber irgendwie komisch - wer aus dem Publikum würde wohl je die Gelegenheit haben, in der Schweiz im Kino genau diesen Film schauen zu gehen? Naja.
Nach der Werbung gab es eine Ansprache. Eine Dame und ein Herr betraten die Bühne. Die Dame wurde als Schweizer Botschafterin vorgestellt. Ich war überrascht. Der Herr, der rechts neben mir sass, fragte mich: "Are you from Switzerland?" Als ich die Frage bejahte, sagte er: "Is this your ambassador (ist das eure Botschafterin)?" Ganz schweizerisch-ahnungslos (welcher Schweizer kennt schon seine Politiker, geschweige denn Botschafter?) antwortete ich: "Oh yes, seems like... (Ja, scheint so...)". Der Mann war irritiert.
Die Irritation wurde nur noch grösser, als die Frau Botschafterin mit ihrer Ansprache begann. Da ein grosser Teil des Publikums nicht aus der Schweiz kam, hielt sie ihre Ansage auf Englisch. Meine lieben Leser, ich habe - und das ist nicht übertrieben - noch nie ein so schweizerisch klingendes Englisch gehört. Ich traute meinen Ohren kaum. War das Absicht? Vielleicht ein strategischer Schachzug, so wie das schlechte Hochdeutsch und das Français Fédéral unserer Politiker in der Schweiz? Ich weiss es nicht. Es war auf jeden Fall sehr amüsant.
Leider konnte ich mich nicht so gut auf den Inhalt ihrer Rede konzentrieren. Was ich aber mitbekam, war, dass dieses Konzert wohl zu den "Swiss Days" gehörte, die dieses Jahr bereits zum 10. Mal organisiert von Swiss Art Gate UAE und unterstützt von der Schweizer Botschaft stattfanden. Auch unsere Schule schien, neben Nescafé Gold und irgendeinem Autohersteller (nein, nicht Subaru), zu den Sponsoren zu gehören.
Nach dieser lustigen Ansage war es nun endlich so weit: Pegasus betraten die Bühne. Neben den drei Gründungsmitgliedern waren auch noch zwei weitere Musiker dabei, die am Vortag in der Schule gefehlt hatten. Ich fand, dass die Band eine gute Bühnenpräsenz hatte. Das ist meiner Meinung nach eine der Bands, die Live besser ist als auf Aufnahmen, da sie eine gewisse Ausstrahlung hat. Und dennoch hatte ich nicht das Gefühl, dass es sich bei den Jungs von Pegasus um Superstars handelt oder sie sich übertrieben wichtig nehmen; im Gegenteil. Sie waren sehr nahe am Publikum und ich hatte nicht den Eindruck, am Konzert einer Band zu sein, die in der Schweiz so erfolgreich ist und bereits drei Swiss Music Awards gewonnen hat.
Vielleicht lag das aber auch am Rahmen des Konzerts. Im Saal gab es sehr wenige "Super-Fans", sondern eher Leute, die einfach die Musik einer Band genossen, von der sie vorher wahrscheinlich noch nie etwas gehört hatten. Das kreierte eine gewisse Lockerheit, einfach nur den Moment zu geniessen, anstatt dauer-aufgeregt sein zu müssen, weil man nun endlich seinen grossen Vorbildern und Idolen so nah sein konnte. :D
Zuerst sassen alle Leute in ihren Sesseln. Niemand schien sich zu trauen, aufzustehen, obwohl der Sänger der Band uns ausdrücklich aufforderte. Erst als die Botschafterin in der ersten Reihe aufstand, traute sich dann der Rest des Publikums, für ein Lied aufzustehen und zu tanzen. Aber kaum waren die letzten Töne verklungen, sassen alle schon wieder auf ihren Plätzen.
Ein wenig später forderte dann der Bassist der Band dazu auf, dass man doch direkt vor die Bühne kommen und tanzen solle. In der Reihe vor mir sassen zwei meiner Schülerinnen, welche ihre Mutter fragten, ob sie das tun dürften. Die Mutter verneinte. Da sah ich meine Chance (ja, ich gebe zu, ich wollte einfach vor die Bühne und tanzen, so langweilig herumsitzen ist nicht so mein Ding): Ich tippte der Mutter auf die Schulter und deutete an, dass ich die Kinder nach vorne begleiten würde. Und wie das so ist, wenn eine Lehrerin etwas sagt - die Mutter musste zwangsweise einwilligen. ;-)
So gingen wir zur Bühne. Wir waren als erste vorne, aber bald trauten sich auch viele andere zum Bühnenrand. Die Asiatinnen lehnten sich an die Bühne und machten Selfies mit den Musikern im Hintergrund (vermutlich sahen sie das Konzert ausschliesslich durch ihre Handykamera). Die Politiker und Organisatoren in der ersten Reihe tanzten ausgelassen. Es war wirklich ein tolles Konzert. Am Schluss verteilten die Gitarristen und der Bassist ihre Plektren an die Mädchen im Publikum. Das machte mich fast ein wenig neidisch. Ich hatte nämlich nur ein einziges Plektrum aus der Schweiz mitgebracht und dieses vor einiger Zeit verloren. Nun musste ich in der Schule immer ohne Plektrum Gitarre spiele, was ich nicht so gerne tue. Aber ich traute mich nicht, nach einem Plektrum fragen zu gehen, das kam mir dann doch irgendwie lächerlich vor.
| Frau Kohler an vorderster Front dabei. :D |
Nach dem Konzert standen wir dann noch gemeinsam mit unserem Schulleiter und seiner Frau in der Lobby. Ich hatte nicht realisiert, dass diese auch am Konzert gewesen waren. Sie hingegen hatten mich natürlich sehr wohl bereits im Saal gesehen *hust*. Wir sprachen kurz mit der Botschafterin und unterhielten uns über das Konzert und die Swiss Days.
Natürlich kannte unser Schulleiter die Musiker persönlich, schliesslich war unsere Schule indirekt in die Organisation des Konzert involviert gewesen. Als die Band dann also in die Lobby kam, um Unterschriften zu verteilen und Fotos zu machen, sagte die Frau des Schulleiters zu mir, ich solle doch ein Foto mit dem Sänger der Band machen. Ich war nicht unbedingt scharf darauf und winkte lachend ab. Das liess sie aber nicht durchgehen und schob mich in Richtung Unterschriftentisch. Und mit den Worten: "Lueg mol Noah, do möcht öber uuunbedingt e Foti mit dir. Sie isch din grösste Fan!" stellte sie mich dem Sänger vor. Peinlich berührt schüttelte ich dessen Hand und stellte mich neben ihn. Neben der Frau des Schulleiters machten noch zwei weitere Leute Fotos von uns (wieso?) und ich versuchte, möglichst nett zu lächeln, was mir in Hinblick auf die Situation schwer fiel.
Nach dem Foto dachte ich: Okay, jetzt oder nie. Ich stehe sowieso schon da wir der grösste Groupie. Ich ging nochmals zum Tisch hin und fragte den Bassisten, ob er noch ein Plektrum habe. Leider verneinte er und sagte, ich solle doch den Sänger fragen. Also ging ich nochmals zu Noah hin und fragte nach. Er kramte in seiner Hosentasche und tatsächlich - er fand ein oranges Plektrum, welches er mir überreichte.
Was für ein erfolgreicher Abend! Ich wurde über Nacht zum grössten Fan von Pegasus, habe die Schweizer Botschafterin persönlich kennengelernt, bin nun im Besitz eines Fotos mit Noah von Pegasus und kann wieder anständig Gitarre spielen, ohne meinen Nagellack damit zu ruinieren!
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| Mit dem Sänger von Pegasus. Was ist dieses Foto-Gen und wo kann man es kaufen? |

So cool! In der Tat, man liest hier in den Zeitungen ab und zu von Pegasus und es gab ein Portrait von Noah glaub in der Migros-Zeitung. Er scheint ein ganz toller junger Mann zu sein! Das Plektrum musst Du einrahmen! Wer weiss, welche Erfolge dieser Band noch beschieden sind.... :)
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