Heute war ich mit ein paar Leuten der Evangelischen Kirchgemeinde im Oman auf einer Dhowtour!
Eigentlich hatte ich zuerst nicht vor gehabt, mich dafür anzumelden, da diese Woche sowieso schon viel los war. Ich habe mich dann aber doch dazu entschlossen und bereue es keinen Moment.
Das war aber noch anders, als ich heute früh um 4.30 Uhr aufstehen musste. :-D Das war nämlich nötig, da ich bereits um 5.30 Uhr das Taxi nahm, um zu meiner Mitfahrgelegenheit zu kommen. Meine Mitfahrgelegenheit heisst Uwe und ich kannte ihn bereits als den Gitarristen aus den Gottesdiensten der Gemeinde.
Ich hatte bereits befürchtet, dass das im Voraus gebuchte Taxi den Weg zu meiner Wohnung wiedermal nicht auf Anhieb finden würde und habe deshalb extra viel Zeit eingeplant. Aber, wie könnte es auch anders sein, der Taxifahrer war heute pünktlich.
So stand ich bereits kurz vor 6.00 Uhr bei Uwe auf der Matte. Abgemacht war, dass wir uns um 9.15 Uhr mit den anderen im Hafen von Musandam treffen und dann unsere Dhowfahrt gemeinsam beginnen. Für den Weg dorthin rechnete Uwe etwa 3 Stunden (inklusive Einreiseprozedere) ein, womit wir gut dran waren.
Wie fuhren also los in Richtung Musandam. Das ist eine bergige Halbinsel, die zum Sultanat Oman gehört, von diesem aber abgetrennt und von den Vereinigten Arabischen Emiraten umschlossen wird. Sie liegt nördlich vom Rest des Omans.
Was mir erst beim Schreiben dieses Eintrags bewusst wurde, ist, dass ich heute auf dem Weg nach Musandam durch 5 von 7 der Arabischen Emirate gefahren bin: Nach Dubai folgte Sharjah, danach Ajman, Umm Al Quwain und Ras Al-Kaimah. Nun fehlen nur noch Abu Dhabi und Fujairah, dann kenne ich schon die ganzen VAE. ;-)
Die nördlichen Emirate sind, wie mir bereits berichtet worden war, tatsächlich viel ländlicher als Dubai. Wir haben früh morgens am Rande der Autobahn Leute gesehen, die am Abend zuvor ein Camp mit Abendessen auf dem Feuer gemacht und danach dort übernachtet hatten. Und Ziegen, die in den Ortschaften frei herumlaufen.
Kurz vor der Grenze haben wir uns dann auch noch ein wenig verfahren, wodurch wir irgendwie abseits gelandet sind. Dort gab es ziemlich heruntergekommene Häuser, welche an die Hänge der Hügel gebaut waren. Je mehr man nämlich in den Norden fährt, desto weniger Wüste hat es. Dafür wird es immer bergiger. Grün ist es aber trotzdem nicht.
An der Grenze mussten wir zweimal aussteigen: Das eine Mal beim "Auschecken" aus den den Emiraten, das zweite Mal beim "Einchecken" in den Oman. Natürlich mussten wir auch zweimal eine Gebühr bezahlen. Diese richtete sich bei der Einreise in den Oman komischerweise nach dem auf dem Visum ausgewiesenen Beruf: Ich als Lehrerin musste weniger bezahlen als Uwe, welcher Bäcker ist. Naja.
Musandam hat mich dann landschaftlich sehr beeindruckt. Es ist steinig, karg und gebirgig. Wir fuhren zunächst eine lange Strecke der Küste entlang, bis wir den Treffpunkt erreichten.
| Auf der Küstenstrasse |
Auf dem Weg und auch in Hafennähe gab es nicht besonders viel zu sehen. Ich sah vereinzelte grössere Hotelkomplexe, aber keine besonders schönen oder grossen Ortschaften. Im Gegenteil: Alles ist ungepflegt und es liegt viel Müll herum oder schwimmt im Meer. Das ist sehr schade, da das Land an sich so wunderschön ist!
| Am Hafen, kurz bevor wir "unsere" Dhow besteigen konnten. |
Wir waren ziemlich pünktlich am Treffpunkt und konnten schon bald unsere Dhow besteigen. Eine Dhow ist ein traditionelles Segelschiff. Wir teilten unseres mit einer arabischen Familie mit zwei kleinen Kindern. Die Besatzung bestand aus zwei Männern, welche uns bedienten und das Schiff steuerten.
| Delphine! |
Wir verbrachten einen sehr gemütlichen Tag auf der Dhow und segelten der Küste des Omans entlang. An zwei Orten hielten wir und man konnte baden. Das Wasser war schön warm, sodass sogar ich mich hineinwagte. An einem Ort sahen wir Delphine, die um unsere Dhow schwammen. Ausserdem tauchte einer unserer Besatzungsmänner nach einem Seeigel und einem Seestern und zeigte uns die Tiere auf einem Tablett. Das fand ich sehr eindrücklich.
Natürlich gab es auch etwas zu essen und zu trinken auf der Dhow: Neben Früchten, arabischem Tee und Kaffee kriegten wir auch Reis und Brot mit verschiedenen Beilagen. Zudem hatten wir eine grosse Kühlbox mit Softdrinks und Wasser auf dem Schiff. Auch Taucherbrillen, Flossen und Schnorchel wurden zur Verfügung gestellt.
Gegen Abend fuhren wir dann wieder zurück zum Hafen und machten uns auf den Rückweg. Da gab es noch einmal dasselbe Spiel an der Grenze. Wir waren genau bei Sonnenuntergang am VAE-Zoll, denn wir konnten den Gebetsruf aus den nächstliegenden Moscheen hören.
Die Rückfahrt verschlief ich zu einem grossen Teil. Ich fand das eigentlich sehr unhöflich, konnte mich aber einfach nicht dagegen wehren...
In meinen wachen Zeiten sah ich beim Vorbeifahren wieder viele Gruppen, die sich mit Feuer, Teppichen, Zelten und Scheinwerfern (welche an die Autobatterie angeschlossen werden) für einen gemütlichen Campingabend bereitmachten. Das hat mich sehr an meine Ferien hier vor fast einem Jahr erinnert. Da war ich in Begleitung eines Freundes aus Saudi Arabien, welcher Locals, also "echte" Emiratis kennt. Einer dieser Emirati hatte uns einmal zu genau so einem Campingausflug eingeladen, was einfach grossartig war.
Was für ein schöner Tag! Ich habe den Eindruck, dass ich heute mal etwas wirklich Authentisches erlebt habe, da mir das Ganze nicht übertrieben touristisch oder zurechtgemacht vorkam. Die Kehrseite dieser Medaille ist aber, wie bereits erwähnt, dass einiges von dem heute Gesehenen eher behelfsmässig und ungepflegt rüberkam. Ich bin aber trotzdem gespanntauf den anderen Teil des Omans, den ich anfangs 2018 unbedingt besuchen möchte.
Nächstes Wochenende ist nun aber zuerst Mal Abu Dhabi dran - ich melde mich wieder! :-)
| Ausser uns waren auch noch einige andere Dhows unterwegs, die wir immer wieder angetroffen haben. |
Kommentare
Kommentar veröffentlichen